Krankheiten wie Mauke, Husten oder auch Magen-Darm-Verstimmungen sind nicht nur nervig, sondern können auch langwierige Folgen haben. Doch im Grunde lässt sich ihnen häufig relativ leicht vorbeugen: Einfach das Immunsystem stärken. Pferde sind in dieser Hinsicht uns Menschen relativ ähnlich. Lies darum hier, wie die körpereigene Abwehr eigentlich funktioniert, worauf du besonders achten solltest und welche Maßnahmen sinnvoll sind!

Das Immunsystem beim Pferd: das Gesundheitszentrum

Im Grunde ähnelt das Immunsystem des Pferdes in vielerlei Hinsicht dem menschlichen Äquivalent. So ist es dafür zuständig, Eindringlinge – also etwa Bakterien, Viren und Pilze, aber auch Parasiten und Verunreinigungen – aus dem Körper fernzuhalten und zu bekämpfen. Selbst vor den eigenen, ggf. mutierten Zellen schützt es. Wir wollen hier einmal unter die Lupe nehmen, wie das eigentlich funktioniert und was genau das bedeutet.

Eine Hand streicht über das Rückenfell eines Pferdes
Foto: © Sonja, Quelle: Adobe Stock
Die Haut des Pferdes ist die erste Barriere, um Viren und Bakterien abzuwehren.

Immunsystem stärken: Pferde-eigene, äußerliche Schutzmechanismen

Willst Du das Immunsystem deines Pferdes stärken, solltest du zunächst seine Komplexität grundlegend verstehen. Denn nur, wenn du dich mit den vielseitigen Prozessen beschäftigst, die den Körper tagtäglich vor inneren und äußeren Bedrohungen schützen, kannst du diese auch ganz gezielt unterstützen.

Um also das Eindringen von Viren, Bakterien und Co. zu verhindern, stellt der Pferdekörper eine erste Barriere auf: die Haut. Dieses größte Organ umgibt den Körper zusammen mit dem Fellmantel und schützt bzw. erschwert so das Einfallen unterschiedlicher Mikroorganismen. Ausgenommen sind hier allerdings die essenziellen Körperöffnungen wie die Augen, die Nüstern und auch der After. Diese Bereiche sind dadurch erst einmal besonders anfällig.

Um sie dennoch vor äußeren Bedrohungen abzuschotten, hat der Körper unterschiedliche Mechanismen entwickelt. Maßgeblich tragen hier die Körperflüssigkeiten zur Immunabwehr bei. Denn diese sorgen dafür, dass Eindringlinge sozusagen direkt wieder ausgespült werden. So wird das Auge durch die Tränenflüssigkeit und die Nüstern durch den Nasenschleim geschützt. Der Speichel, Ohrenschmalz, der Urin und der Kot übernehmen in diesem Zusammenhang ähnliche Aufgaben.

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Der Pferdedarm ist in einer schematischen Grafik hervorgehoben
Foto: © SciePro, Quelle: Adobe Stock
Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Kraft der Mitte: die Immunabwehr im Darm

Während die Haut und die Körperflüssigkeiten maßgeblich die äußere Abwehrfunktion übernehmen, spielt der Darm im Körperinneren eine besonders wichtige Rolle. Denn dringt ein Fremdkörper einmal ein oder enthält beispielsweise das Futter gefährliche Bakterien, werden diese hier bekämpft.

Die Darmflora besteht aus unzähligen körpereigenen Bakterien und Pilzen. Diese haben unterschiedliche Aufgaben. So verwerten sie zum einen die wichtigsten Nährstoffe und leiten sie an die entsprechenden Stellen im Körper weiter. Zum anderen sind sie aber auch dafür zuständig, dass gefährliche Substanzen (z. B. Giftstoffe und Bakterien) zerstört werden.

Gleichzeitig werden hier über drei Viertel der Antikörper gebildet, die vor späteren, ähnlichen Erkrankungen schützen. Die wichtigsten sind die Lymphozyten, Bestandteile der weißen Blutzellen (Leukozyten). Diese werden in die Blutbahnen geleitet und bekämpfen Bakterien, welche z. B. über Wunden eindringen.

Die inneren Organe eines Pferdes dargestellt in einem 3D-Modell
Foto: © SciePro, Quelle: Adobe Stock
Damit der Pferdekörper gesund bleibt, ist er auf die Funktionalität aller Organe angewiesen

Du kannst dir also vielleicht schon vorstellen, dass eine Störung der Darmflora gravierende Folgen für den ganzen Organismus haben kann. Darum beginnt hier in der Regel das Immunsystem-Stärken. Pferde profitieren zum Beispiel von einer regelmäßigen Darmsanierung, aber auch generell von spezifischem Zusatzfutter für die Verdauung. Dazu aber später noch mehr.

Im Übrigen sind neben dem Darm auch folgende Organe essenziell für die Abwehrkräfte:

  • Magensäure: das pH-saure Milieu zerstört viele eindringende Bakterien und Viren, welche v. a. durch das Futter aufgenommen werden
  • Lymphe, Leber, Lunge, Nieren und Milz: sind neben den Blutbahnen die Hauptsitze der Lymphozyten
  • Thymusdrüse: Reifungsort der T-Lymphozyten
Eine Stute und ihr Fohlen stehen auf einer Weide
Foto: © Soledad Lorieto, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: Unsplash.com
Zink für Pferde ist vor allem während der Trächtigkeit und in jungen Jahren wichtig!

Funktionsweise: die körpereigene Abwehr

Im Grunde verfügt jedes Pferd über zwei verschiedene Immunitäten: die angeborene (innate) und adaptive. Während erstere sich bereits im Mutterleib entwickelt, bildet sich zweitere erst mit der Zeit aus:

Angeborene ImmunitätWir sprechen hier von einer unspezifischen Abwehr. Dabei werden alle Substanzen, welche als Bedrohung wahrgenommen werden, zunächst gleich behandelt. Durch diese generelle Antwort des Körpers dauert der Heilungsprozess meist länger.

Maßgeblich beteiligt sind hier Monozyten, Makrophagen, eosinophile sowie basophile Granulozyten.

Adaptive ImmunitätDiese entwickelt sich mit der Zeit. Ist der Körper einmal mit bestimmten Antigenen in Kontakt gekommen, kann er diese später wiedererkennen und zügiger bekämpfen. Die Reaktionen und damit auch die Heilung laufen i. d. R. schneller ab.

Verantwortlich für die adaptive Immunität sind v. a. Lymphozyten, Antikörper und Zytokine.

Übrigens: Fohlen nehmen die ersten Antikörper über die Muttermilch, das sogenannte Colostrum, auf. Ab diesem Zeitpunkt werden die Abwehrkräfte immer stärker. Erst im Alter beginnt dann wieder ein Abwärtstrend.

Ein braunes Pferd hustet
Quelle: Adobe StockNadine Haase)
Husten kann unterschiedliche Ursachen haben

Symptome: Wann das Immunsystem stärken beim Pferd?

Ein geschwächtes Immunsystem zeigt sich häufig darin, dass ein Pferd wiederholt erkrankt. Zudem kann es sein, dass die Heilung von Verletzungen länger dauert als gewohnt. Das sind Hinweise darauf, dass die körpereigenen Abwehrsysteme nicht richtig funktionieren. Es kommt im Grunde dazu, dass immer wieder Bakterien, Viren und andere Eindringlinge in den Körper gelangen und nicht entsprechend bekämpft werden.

Dabei kann zum einen natürlich die Hautbarriere besonders betroffen sein. Das äußert sich meist darin, dass Erkrankungen in diesem Bereich auftreten. Zu den bekannten und relativ weit verbreiteten zählen hier beispielsweise der Hautpilz und das Sommerekzem. Ist hingegen die Darmflora angeschlagen, zeigt sich das oft in Form von Erkältungen, Husten oder auch Durchfall.

Zusammengefasst: erste Anzeichen eines schwachen Immunsystems beim Pferd

  • häufige Erkrankungen (z. B. Infekte, Mauke, Hautpilz)
  • Allergien (z. B. Sommerekzem)
  • lange Wundheilung
  • geringer Lymphozytenwert (z. B. durch Hormonstörungen wie PPID)

Stellst du diese Anzeichen fest, ist es an der Zeit, das Immunsystem zu stärken. Pferde profitieren in solchen Fällen vor allem von einer gezielten Fütterung.

Tipp: An einem Blutbild erkennst du genau, in welchem Stadium sich eine Infektion gerade befindet. Zu Beginn sinkt der Lymphozytwert ab. Schlägt die körpereigene Abwehr dann an, steigt er über das Normalmaß.

Der Bauch eines Pferdes wird mit einem Stethoskop abgehört
Foto: © Bmf-Foto.De, Quelle: Adobe Stock
Darmstörung beim Pferd durch ein schwaches Immunsystem kann Durchfall auslösen.

Ursachenforschung: Gründe für ein schwaches Immunsystem beim Pferd

Während die Symptome relativ leicht erkannt werden können, sind ihre Ursachen weit gefächert. Es gibt leider nicht den einen Grund, warum das Immunsystem beim Pferd geschwächt ist. Wir wollen dir darum hier eine Liste an möglichen Ursachen mit auf den Weg geben. Prüfe eingehend, was bei deinem Tier der Grund sein könnte und behandle diesen dann im besten Falle gezielt:

  • Stress: u. a. durch Stallwechsel, Turniere, neue Herdenzugänge, Verletzungen
  • Wetter: v. a. Wetterumschwünge, aber auch extreme Bedingungen (z. B. Stark-/Dauerregen, hohe Windstärken)
  • (zu) intensive Trainingseinheiten: körperliche Überlastung
  • Fütterung: fehlerhafte Ernährung, Nährstoffmangel
  • Medikamente: v. a. Antibiotika und Wurmkur
  • allgemeine Schwäche: z. B. durch Krankheiten, Allergien, Parasiten, aber auch Fellwechsel
  • Haltungsbedingungen: nicht artgerechte Haltung (z. B. zu viel Staub, zu wenig Auslauf)
Ein Fuchsfohlen liegt im Gras
Foto: © Karen Givens, Quelle: Shutterstock
Das Fohlenalter ist süß, aber auch gefährlich

Zudem sind aber auch Jungpferde und vor allem frisch geborene Fohlen besonders anfällig. Denn sie kommen zunächst ohne Antikörper auf die Welt. Diese nehmen sie, wie oben beschrieben, in den ersten Lebenswochen erst durch die Muttermilch auf. Lege darum unbedingt besonderen Wert darauf, Fohlen vor den bereits erwähnten Einflüssen zu schützen.

Ähnliches gilt übrigens auch für Senioren. So steht das Immunsystem-Stärken für Pferde ab etwa 20 Jahren immer mehr im Vordergrund, da der Stoffwechsel mit dem Alter natürlicherweise nachlässt. Somit werden sie – wie es bei uns Menschen übrigens auch der Fall ist – anfälliger für Krankheitserreger und stecken eventuelle Verletzungen und Infekte nicht mehr so leicht weg. Auch ihnen sollte darum besondere Fürsorge zuteilwerden.

Eine Frau sitzt mit ihrem Pferd in einem Getreidefeld
Foto: © ProStockStudio, Quelle: Shutterstock
Was ein Pferd frisst, hat Einfluss auf seine Gesundheit

Immunsystem stärken: Pferde richtig umsorgen

Ob es nun bereits schwächelt oder du vorbeugend handeln willst: Das Immunsystem-Stärken beim Pferd ist nie eine schlechte Idee. Dabei gibt es eigentlich erst einmal zwei grundlegende Bereiche, denen du besondere Aufmerksamkeit schenken solltest: das Futter und die Haltung. Denn beide sind maßgeblich an der Gesamtgesundheit der Tiere beteiligt.

Das Futter: Qualität, Menge und Zusätze

Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O für das eigene Wohlbefinden. Das ist beim Tier nicht anders als beim Menschen. Willst du also das Immunsystem stärken beim Pferd, musst du darauf achten, dass du deinem Tier alle notwendigen Nährstoffe anbietest.

Die Grundlage eines jeden Futterplans sollte dabei das Raufutter (also Gras, Heu, Heulage und/oder Silage) darstellen. Hier gilt es vor allem auf hohe Qualität Wert zu legen. Wie du diese erkennst, haben wir zum einen in unserem Beitrag zur Pferdeweide und zum anderen im Artikel zum Heu für Pferde festgehalten.

Zudem solltest du deinen Plan noch um ein passendes Mineral- und/oder Ergänzungsfutter erweitern. Dieses ist im Idealfall genau auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt – in diesem Falle also auf das Immunsystem-Stärken. Pferde profitieren dabei von einer Blutanalyse. Diese gibt Aufschluss darüber, an welchen Nährstoffen es dem Tier mangelt und welche du entsprechend in die Fütterung mit inkludieren solltest.

Allgemein empfiehlt sich zum Immunsystem-Stärken beim Pferd beispielsweise während des Fellwechsels die Zugabe von Zink und Vitamin C. Dafür kannst du zum einen natürlich zu speziellen Futtermischungen greifen, zum anderen aber auch einige gezielte Kräuter geben. Echinacea und Löwenzahn sind unter anderem für ihre förderliche Wirkung auf die Abwehrfunktion des Körpers bekannt.

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Im Vordergrund stehen zwei Kräutermischungen, im Hintergrund ein Pferd
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Immunsystem stärken: Pferde artgerecht halten

Neben der Fütterung ist auch die Haltung für die Pferdegesundheit entscheidend. Eine reine Boxenhaltung, während sie in Ausnahmefällen durchaus nötig sein kann, ist nur selten ideal. Denn die Tiere bewegen sich in der freien Wildbahn mehrere Kilometer am Tag und sind ständig an der frischen Luft. Versuche also bestenfalls so nah wie möglich an diese Bedingungen heranzukommen. Ein Offenstall ist dabei oft eine gute Wahl.

Besonders wichtig ist es zudem, den Stress so gering wie möglich zu halten. Denn schließlich sind Pferde sehr sensible Tiere und schon kleinere Veränderungen können zu Schwankungen in der Darmflora führen. Weißt du also, dass ein Stallwechsel geplant ist, ein neues Mitglied zur Herde kommt oder auch ein Turnier bevorsteht, bereite deinen Vierbeiner entsprechend vor. Widme dich schon vorab dem Immunsystem-Stärken. Pferde haben im Anschluss zudem eine Ruhepause verdient, damit sich der Körper wieder akklimatisieren kann.

Und apropos Klima: Wichtig bei der Haltung ist auch immer das Wetter. Denn vor allem bei intensiven Trainingseinheiten kann es schon einmal passieren, dass dein Pferd ordentlich ins Schwitzen kommt. Decke es im Winter dann unbedingt ein und lass es abschwitzen. Ansonsten kann es leicht passieren, dass es auskühlt und sich anschließend erkältet.

Ein Pferd auf einem schlammigen Paddock mit einer Regendecke
Foto: © anjajuli, Quelle: Adobe Stock
Der Weidegang im Regen sollte mit einer wasserabweisenden Decke erfolgen, um den Bakterien keinen Nährboden für ein Regenekzem zu bieten.

Kurz und knapp: Immunsystem stärken, Pferde unterstützen

Ein gesundes und starkes Immunsystem ist das A und O, damit es deinem Pferd gut geht. Besonders wichtig ist es darum, dass du eine Schwächung früh erkennst und entsprechend handelst. Sei es das Ausbrechen einer Allergie, verzögerte Wundheilung oder ständige Infekte: Das alles können erste Anzeichen sein.

In dem Fall heißt es Immunsystem stärken und Pferde gezielt unterstützen, indem du:

  • Ruhe gönnen, das Training beginnst du wieder, sobald sich dein Pferd erholt hat
  • Ergänzungsfutter anpassen, um das Immunsystem zu stärken
  • Pferde vom Veterinär begutachten lassen, um festzustellen, welche Ursachen zugrunde liegen

Weiterführende Links:
www.mein-pferd.de/…/das-immunsystem-des-pferdes/
www.kultreiter.de/immunsystem-staerken-pferd/
www.carevallo.com/…/tipps-um-das-immunsystem-deines-pferdes-zu-staerken
www.pferderevue.at/…/mit_voller_abwehrkraftvoraus.html
www.msdvetmanual.com/…/the-immune-system-of-horses