Während einige Pilze beim Pferd durchaus zur Natur gehören und immer auf der Haut und einigen Organen zu finden sind, können unter verschiedenen Umständen daraus Erkrankungen entstehen. Vor allem der Hautpilz ist weit verbreitet und ist sogar für andere Tiere und den Menschen ansteckend. Wie Sie darum seine Ausbreitung verhindern, ihn erkennen und behandeln, erfahren Sie hier!

Pilze beim Pferd: (K)ein Grund zur Sorge?

Wenn man von Pilzen beim Pferd hört, klingt das für viele gleich nach etwas Negativem, etwas, das vermieden und behandelt werden sollte. Jedoch kann man das pauschal eigentlich gar nicht so sagen. Denn verschiedene Pilze auf der Haut, in den Atemwegen und im Magen-Darm-Trakt sind ganz natürlich und sogar etwas Positives. Denn sie unterstützen die normalen Körperfunktionen und wehren andere Mikroorganismen wie gewisse Bakterien ab.

Somit ist es auch ganz üblich, dass bei einer tierärztlichen Untersuchung ein gewisser Pilzbefall festgestellt wird. Kritisch wird dieser jedoch, wenn er in eine Pilzerkrankung umschlägt und sich sichtbare Nebenwirkungen und Symptome zeigen. Das bedeutet nämlich, dass das natürliche Gleichgewicht der Symbiose gestört ist und die Mikroorganismen sich in überdurchschnittlichen Proportionen ausbreiten.

Auch ein Befall durch schädliche Pilze beim Pferd kann ursächlich für eine solche Erkrankung sein. Doch wie genau erkennen Sie eine solche? Und was ist die Ursache für den schädlichen Befall? Wie wird er behandelt? Das und mehr, verraten wir Ihnen in den folgenden Absätzen.

Hautpilz beim Pferd: So äußert er sich

Während ein Pilzbefall in der Lunge oder auch im Magen-Darm-Trakt relativ selten vorkommt, ist eine Erkrankung mit Hautpilz bei Pferden deutlich weiter verbreitet. Darum wollen wir hier auch zunächst einmal den Fokus darauf legen. Diese Erkrankung, in der Fachsprache Dermatomykose genannt, führt in der Regel zu Veränderungen an der Haut. Dazu gehören:

Offene Scheuerstelle an der Schweifrübe.

  • Struppige Haarbereiche
  • Kahle Stellen
  • Gerötete, ggf. sogar blutige Scheuerstellen
  • Kleine Knoten unter der Haut
  • Krusten und Schuppen

Während diese Symptome prinzipiell am ganzen Körper auftreten können, fokussieren sie sich meist auf Bereiche, an denen das Pferd besonders viel Schwitzt. Das betrifft zum einen die Sattel- und Gurtlage, zum anderen aber auch die Schulter sowie die Achsel und Kniefalte. Auch am Kopf unter der Trense bzw. dem Halfter bildet sich ein warm-feuchtes Milieu, in dem sich die Pilze beim Pferd wohlfühlen.

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Pilzbefall beim Pferd oder doch eine andere Erkrankung?

Haben Sie die oben beschriebenen Symptome erkannt, können Sie immer noch nicht zu 100 % auf eine Pilzerkrankung schließen. Hier ist eine eingehende Prüfung durch den Tierarzt notwendig, da dieser erst mittels Abstriche oder Biopsien feststellen kann, was wirklich die Ursache für diese Veränderungen ist.

Es gibt auch andere Krankheiten, die ein ähnliches Symptombild aufweisen. Besonders weit verbreitet sind hier unter anderem Papillomatose, ein Virus, welches Warzen im Bereich des Pferdekopfes ausbildet. Krusten an den Ohren können zudem auf Aural plaques hinweisen, ebenfalls eine virale Erkrankung, welche kleine Knötchen und weißliche Krüstchen im Bereich der Ohren verursacht.

Und auch Milben erscheinen auf den ersten Blick ähnlich, äußern sich aber vor allem an den Beinen. Dieser Bereich, abgesehen von den Kniehöhlen, bleibt von Pilzen in der Regel unberührt. Hingegen breiten sich hier Räudemilben gern aus und verursachen kahle und verkrustete Stellen.

Pilzerkrankungen in Lunge und Darm

Eins sei vorweggenommen: Ein überdurchschnittlicher Pilzbefall im Bereich der Lunge sowie im Darm sind bei Pferden sehr selten und meist eher eine Folgeerscheinung einer anderen Krankheit. Die Symptome gleichen dabei einer bakteriellen Infektion in diesem Bereich. Doch wie kommt es überhaupt zu einem Pilzbefall an Organen? Die Antwort ist, dass die Tiere tagtäglich Sporen durch die Luft sowie das Futter aufnehmen. Ist das Immunsystem normal funktionstüchtig, ist das auch kein Problem.

Liegt jedoch eine Schwächung in Lunge oder Darm vor, können sich die Pilze beim Pferd krankhaft ausbreiten. Um das jedoch festzustellen sind langwierige und ausführliche Untersuchungen durch den Tierarzt nötig. Behandelt wird die Krankheit in der Regel, indem die eigentliche Ursache für die Schwächung gefunden und entsprechend versorgt werden. Baut sich der Körper danach wieder auf, müssen die Pilze meist nicht separat bekämpft werden, sondern regulieren sich selbstständig wieder auf den Normalwert.

Ursachen einer Pilzerkrankung

Wir haben es schon erwähnt: Eine Schwächung des Immunsystems ist nicht nur bei einem Pilzbefall im Magen-Darm- bzw. Lungen-Trakt oft verantwortlich, sondern auch bei Hautpilz eine der häufigsten Ursachen. Vor allem die anhaltende Zugabe von Antibiotika oder auch Kortison kann zu einer Anfälligkeit für Pilze führen. Auch Stress beim Pferd schwächt das Immunsystem als Ganzes und kann so ursächlich sein.

Weiterhin können Vorerkrankungen bzw. Wunden an der Haut den perfekten Nährboden für Pilze beim Pferd bilden. Kommt eine unhygienische Umgebung z.B. durch fehlendes Abäppeln oder niederwertige, ggf. sogar schimmelige Einstreu hinzu, ist ein Pilzbefall oft die Folge. Auch die Futterqualität kann ausschlaggebend sein. Zu bestimmten Jahreszeiten treten Pilze außerdem vermehrt auf. Vor allem wenn es warm und feucht ist, fühlen sich die Mikroorganismen wohl.

Zudem kann sich Ihr Pferd natürlich auch bei seinen Herdengenossen einfach anstecken, denn gerade der Hautpilz wird über direkten oder indirekten (z.B. Zaumzeug) Körperkontakt übertragen. Das gilt übrigens auch für den Menschen, weswegen Sie vor allem dann den Kontakt meiden sollten, wenn Ihr Immunsystem schon geschwächt ist. Haben Sie den Verdacht, sich bei Ihrem Tier angesteckt zu haben, sollten Sie schnellstmöglich den Hausarzt aufsuchen.

Eine offene Wunde kann Pilz begünstigen. Ein perfekter Nährboden.

Pilze beim Pferd behandeln

Auf natürliche Art und Weise legt sich eine Hautpilzerkrankung bei Pferden in der Regel nach sechs bis zehn Wochen auch ohne Behandlung. Jedoch bleiben die Tiere für diese Zeit auch ansteckend, was bedeutet, dass andere Herdenmitglieder, Pfleger und Reiter erkranken können. Um das zu verhindern, ist eine gezielte Behandlung sehr sinnvoll.

Solch eine Behandlung kann mehrere Wochen andauern, was auch maßgeblich daran liegt, dass selbst nach Abklingen der Symptome die Medikamente noch mindestens zwei Wochen gegeben werden sollten. So verhindern Sie ein erneutes Auftreten. Die meisten dieser Methoden werden lokal angewendet, also direkt auf die betroffenen Stellen gegeben.

Hierbei können Sie sowohl zu synthetischen Cremes, als auch verschiedenen Hausmitteln greifen. Wir wollen Ihnen an dieser Stelle einmal einige Behandlungswege für Pilze beim Pferd vorstellen. Was die beste Wahl ist, hängt von der Stärke des Befalls und dem Gesamtzustand Ihres Tieres ab. Lassen Sie sich hierzu am besten ausgiebig von Ihrem Tierarzt beraten. Abhilfe schaffen könnte möglicherweise:

  • Spezielle Waschlotionen gegen Pilze beim Pferd, gemäß Herstellerangaben auftragen.
  • Essig: Ein Obstessig im Verhältnis 1:2 mit Wasser mischen und dann alle zwei bis drei Tage auf die betroffene Stelle geben. Nur sinnvoll, solange sich keine Krusten gebildet haben.
  • Lebermoosextrakt: Im Verhältnis 1:10 mit Wasser mischen und damit die betroffene Stelle gründlich waschen.
  • Vitaminpräparate und Ergänzungsfutter für das Immunsystem: Können die Abwehrkräfte stärken und dadurch die Heilung fördern.
  • Verwenden Sie weder Antibiotika noch Kortison bei Pilzerkrankungen!

Mit wenigen Tipps Pilzerkrankungen vorbeugen

Abschließend wollen wir Ihnen noch einige Tipps mit auf den Weg geben, wie Sie Pilzerkrankungen beim Pferd vorbeugen können. Diese Handgriffe sind nämlich oft ganz leicht in den Alltag integriert und können vor allem bei Tieren, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, sehr sinnvoll sein. Auch bei besonders feucht-warmen Temperaturen sollten Sie darauf ein besonderes Augenmerk legen:

  • Ausrüstung regelmäßig reinigen: Vor allem nach einem Pilzbefall, aber auch generell sollten Sie Zaum-, Sattel- und Putzzeug regelmäßig reinigen, um daran möglicherweise haftende Sporen zu entfernen.
  • Eigene Ausrüstung: Am besten hat jedes Pferd sein eigenes Putz-, Sattel- und Zaumzeug, so werden mögliche Ansteckungen eingeschränkt.
  • Desinfektion: Desinfizieren Sie Ihre eigenen Hände regelmäßig und planen Sie auch in der Box sowie beim Putzzeug regelmäßig eine Desinfektion (auf jeden Fall nach einer Erkrankung) ein.
  • Futterqualität prüfen: Verwenden Sie hochwertiges Futter und prüfen Sie Heu und Stroh immer auf Feuchtigkeit und Schimmel.
  • Artgerechte Haltung: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd genügend Auslauf hat und ausreichend Stress abbauen kann.
  • Impfung: Es gibt auch spezielle Pilzimpfungen, die vorbeugend vom Tierarzt gegeben werden können. Sie verhindern allerdings nicht die Krankheit selbst, sondern beschleunigen und mildern den Ablauf. Besonders effizient ist es, wenn alle Pferde einer Herde geimpft werden.
Pferd wird geimpft

Das Pferd bekommt eine spezielle Pilzimpfung

Generell gilt aber: Stimmt die Stallhygiene und ist Ihr Pferd nicht so schon angeschlagen, ist die Gefahr eines übermäßigen Pilzbefalls relativ gering. Halten Sie sich also an die oben beschrieben Tipps, sollten in den meisten Fällen keine Probleme auftreten.

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Quellen
https://www.tiergesund.de/krankheiten/pferd/pilz-erkennen
https://www.tiergesund.de/krankheiten/pferd/pilz-behandeln
https://www.ehorses.de/magazin/pilz-beim-pferd/