Nicht selten ist die Pferdeweide der Ort, an dem die Tiere von Frühling bis Herbst die meiste Zeit verbringen. Doch damit sie aus den Gräsern und Kräutern auch genügend Nährstoffe ziehen können und sich nicht etwa Giftpflanzen dazwischen mischen, bedarf sie auch einer gewissen Pflege durch den Menschen. Was das konkret bedeutet und worauf Sie ein besonderes Augenmerk legen sollten, erklären wir hier!

Die Aufgaben & Herausforderungen der Pferdeweide

Wenn Sie an eine Pferdeweide denken, kommt Ihnen zunächst die Futtergrundlage in den Sinn, welche diese bieten soll? Oder ist es vielleicht ein Bild von tollenden und spielenden Pferden? Fakt ist, dass die Weide nicht nur zum Grasen da ist, sondern den Lebensraum der Tiere bildet. Diesen Anforderungen muss sie entsprechend auch gerecht werden.

Die Pferdeweide ist auch ein Lebensraum.

Doch was bedeutet das eigentlich genau? In der Regel werden Pferde auf der Weide – unter der Voraussetzung, dass diese groß genug ist – 15 bis 20 km am Tag zurücklegen. Das ständige Hin- und Herlaufen ist eine Belastung, der die Koppel erst einmal standhalten können muss. Zudem wälzen sich die Tiere hier, werden miteinander spielen und natürlich nicht nur im Schritt unterwegs sein. Aus diesen Faktoren ergibt sich eine kleine Aufgabenliste, die Sie prüfen sollten, bevor Sie Ihr Tier auf die Pferdeweide stellen:

  • Grasnarbe auf Schäden untersuchen: Bei Maulwurfshügeln oder Trittschäden ist ein regelmäßiges Einebnen bzw. Wiesen-Schleppen wichtig.
  • Hygiene: Pferde stehen nicht gern in ihrem eigenen Mist, äppeln Sie darum regelmäßig ab.
  • Mähen: Eigentlich mähen ja die Pferde, bleiben aber einige Gräser immer stehen (z.B. weil sie sie nicht mögen), kann das den Wachstum anderer Sorten auch beeinträchtigen. In solchen Fällen sollten Sie selbst ausmähen.
  • Düngung: Eine regelmäßige und artgerechte Düngung sorgt für eine nährstoffreiche Weide.
  • Das Saatgut: Die Pferdeweide sollte regelmäßig neu eingesät sowie durchgesät werden. So werden zum einen Schäden behoben, zum anderen auch wieder wichtige Gras- und Kräutersorten nachgepflegt.

Kennen Sie unseren Onlineshop  schon? Hier finden Sie Pflegeprodukte und Zusatzfutter für Ihr Pferd.

Die perfekte Pferdeweide: Das gilt es zu beachten

Haben Sie gerade eine neue Weidefläche übernommen? Oder wollen Sie prüfen, ob Ihre Pferdeweide überhaupt noch als solche geeignet ist? Dann gibt es verschiedene Punkte, die Sie einmal näher betrachten sollten. Am besten beginnen Sie damit, den Boden sowie die wachsenden Gräser einmal vom Fachmann untersuchen zu lassen. So bekommen Sie einen ersten Einblick in die potentiellen Maßnahmen, die vor Ihnen stehen.

Das richtige Saatgut finden

Pferde haben bestimmte Ansprüche an ihren Lebensraum, das haben wir oben schon einmal angesprochen. Aus diesen Herausforderungen ergibt sich auch, welche Gräser für die Weide am besten geeignet sind. So sind trittfeste und witterungsresistente Arten oft gern gesehen, da sie für eine Reduzierung der Grasnarben sorgen. Jedoch sind diese in der Regel auch sehr zucker- und eiweißreich, was aber für die Tiere nicht ideal ist. Doch nicht nur die Zusammensetzung selbst, sondern auch die häufigen Symbiosen mit Pilzen machen diese Sorten nicht zur besten Nahrungsquelle.

Richtiges Saatgut: Mischungen aus fruktanarmen Gräsern

Besser geeignet sind Mischungen aus fruktanarmen Gräsern und mit einem hohen Kräuteranteil. Diese eignen sich auch gut zum Nachsäen. Jedoch keimen diese oft nur sehr langsam und bieten damit Raum für das Ausbreiten von Unkraut, Klee oder gar Giftpflanzen. Sollten Sie also eine Weide neu einsäen, verwenden Sie am besten eine Mischung aus den eben genannten und den besonders resistenten Varianten.

Apropos Ein- und Nachsäen: Sie fragen sich jetzt vielleicht, wann diese Vorgänge am besten stattfindet. Für das Säen an sich werden meist die Frühlingsmonate März oder April angesetzt. Wollen Sie bei der Weide zunächst aber die Fläche umpflügen und düngen, sollten Sie damit am besten schon im Herbst (am besten Mitte Oktober) beginnen, damit sich die Koppel lang genug erholen kann.

Zwischen Gräsern, Kräutern und Unkraut

Fragen Sie sich jetzt, welche Pflanzen im Detail und in welchem Anteil für die Pferdeweide geeignet sind? Oder welche lieber ausbleiben sollten? Wie also das perfekte Saatgut aussieht? Dann wollen wir Ihnen hier einmal eine kleine Übersicht vorstellen. Aber Achtung! Jede Weide ist etwas anders und abhängig von der Bodenqualität sowie der Lage wachsen einige Gräser und Kräuter besser als andere. Beginnen wir einmal mit den Gräsern:

GrasartOptimaler Anteil in der Pferdeweidensaat
Wiesenlieschgras< 40%
Wiesenfuchsschwanz< 25%
Rotschwingel< 15%
Wiesenschwingel< 10%
Knaulgras< 10%
Wiesenrispe< 10%
Deutsches Weidelgras< 10%
Welsches Weidegras< 5%

Gern dürfen auch wirklich alle dieser Gräser in der Saatmischung zu finden sein, denn so können Sie sicher gehen, dass sich immer einige durchsetzen und das Unkraut verdrängen. Zudem sollte diese Grundlage anschließend durch einige Kräuter ersetzt werden, welche die Pferde mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen. Dazu zählen:

  • Bibernelle
  • Brennnessel
  • Fenchel
  • Kleiner Wiesenknopf
  • Kümmel
  • Labkraut
  • Petersilie
  • Ringelblume
  • Schafgarbe
  • Spitzwegerich
  • Wegwarte
  • Wilde Möhre

Kräuter wie die Brennnessel bieten zusätzliche Nährstoffe.

Zudem gibt es aber auch einige Unkräuter und Pflanzen, die keinesfalls auf der Pferdeweide zu finden sein sollten, da sie giftig für die Tiere sind. Schauen Sie sich also die Gräser am besten immer genau an und beseitigen Sie folgende schnellstmöglich inklusive ihrer Wurzel:

  • Adlerfarn
  • Bergahorn
  • Blauer Eisenhut
  • Eibe
  • Gefleckter Schierling
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Jakobskreuzkraut
  • Johanniskraut
  • Maiglöckchen
  • Robinie
  • Roter Fingerhut
  • Schwarze Tollkirsche
  • Stechapfel

Vorsicht giftig! Die Herbstzeitlose sollte auf keinen Fall auf der Weide wachsen.

Das A und O beim Pferdeweide Düngen

Wir haben es schon angesprochen: Auch der Boden der Weide sollte am besten gründlich untersucht werden. Dafür schicken Sie eine Probe hiervon an ein entsprechendes Institut. Anhand dieser Ergebnisse können Sie einen Düngeplan erstellen, der dafür sorgt, dass Ihre Koppel immer die bestmögliche Futterbasis für Ihr Tier bildet. Was Sie hingegen nicht machen sollten, ist einfach nach Gefühl zu düngen – hiermit können Sie oft mehr Schaden anrichten, als Gutes tun.

Natürliche vs. künstliche Dünger

Welchen Dünger Sie nutzen, hängt im Grunde von den Bodenumständen ab. Jedoch ist oft eine Kombination aus Jauche, also tierischem Mist, und künstlichen Düngern sinnvoll. Die Jauche sollte am besten von Rindern oder Schweinen bezogen werden. Diese harmoniert am besten mit den Gräsern und Kräutern auf der Pferdeweide.

Verwenden Sie zusätzlich oder ausschließlich einen Kunstdünger, sollte dieser am besten speziell für Pferdeweiden ausgeschrieben sein. Denn schließlich ist diese Graslandschaft besonderen Herausforderungen ausgesetzt und muss auch entsprechend gepflegt werden. Spezielle Pferdedünger enthalten ein abgestimmtes Mengenverhältnis aus Mineralien und Nährstoffen für Pflanzen und Tiere. Besonders wichtig sind hier:

  • Magnesium: Ist ein wichtiger Bestandteil vieler Stoffwechselprozesse im Pferd und im Blattgrün enthalten. Durch zusätzliche Düngung kann mehr aufgenommen und verarbeitet werden.
  • Phosphor: Sorgt für eine bessere Verwurzelung der Pflanzen und drängt gleichzeitig Unkräuter zurück. Außerdem ist Phosphor ein essentieller Baustein der Pferdeknochen.
  • Natrium: Ist besonders im Sommer wichtig für die Pferde, da sie durch das Schwitzen viel Salz verlieren. Macht zudem das Gras schmackhafter.

Achtung! So wichtig eine Düngung der Pferdeweide auch ist, achten Sie immer auf die richtige Menge und halten Sie sich an den ausgearbeiteten Plan. Arbeiten Sie nur mit Jauche oder nur mit Kunstdünger, variieren die Werte zudem auch. Eine Kombination aus beiden ist oft die sinnvollste Maßnahme.

Kombination aus Jauche und künstlichen Düngern ist sinnvoll.

Vorsicht vor Übersäuerung

Einer der wichtigsten Punkte, auf den Sie Ihren Weideboden untersuchen lassen sollten, ist der pH-Wert. Dieser sollte sich in der Regel zwischen 5,8 und 6,2 bewegen. Jedoch ist es häufig der Fall, dass er zu niedrig ist und damit der Boden übersäuert. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die ausgesäten Pflanzen nur langsam wachsen und kaum Nährstoffe über ihre Wurzeln aufnehmen können.

Um dem entgegenzuwirken, kann das Ausstreuen von Kalk helfen. Dieser kann den pH-Wert wieder ausgleichen und der Übersäuerung entgegenwirken. Der beste Zeitpunkt für eine solche Behandlung ist dabei der Herbst. Im Frühjahr sollten dann die Werte für die neue Aussaat deutlich besser aussehen.

Was, wenn die Weide zu trocken wird

Haben Sie immer wieder mit trockenen Pferdeweiden zu kämpfen? Das kann gerade im Sommer schnell einmal passieren, da die Sonneneinstrahlung intensiv, die Niederschläge aber selten sind. Wird das Gras gelb und braun, enthält es deutlich weniger Nährstoffe. In diesen Fällen sollten Sie auf zusätzliches Raufutter (Heu und Stroh) sowie Kraftfutter zurückgreifen, um die ernährungsbedingten Mängel auszugleichen.

Hält die Dürreperiode besonders lange an, kann es auch passieren, dass die Gräser völlig absterben. In diesem Fall müssen Sie diese neu aussäen und wachsen lassen. Um dem vorzubeugen, gilt es die Wiesen zu schonen und die Pferde lieber vorsorglich auf die Ersatzwiese zu stellen. So entstehen keine unnötigen Grasnarben, die den Boden noch weiter austrocknen lassen.

Gerne können Sie sich in unserem Online Shop umsehen!

Quellen
https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/p_36811.pdf
https://www.st-georg.de/wissen/pferdeweide-richtig-pflegen-management-ist-das-a-und-o/
https://www.pferderevue.at/magazin/haltung_fuetterung/2014/02/fruehjahrskur_fuerdiepferdeweide.html
https://www.landwirtschaft.sachsen.de/download/Pferdeweiden.pdf
https://www.st-georg.de/wissen/achtung-giftig-giftpflanzen-fuer-pferde/