Bei uns Menschen ist die australische Pflanze schon seit einigen Jahrhunderten als Heilmittel gegen Husten bekannt. Doch wussten Sie, dass Eukalyptus fürs Pferd ebenfalls eine gute Futterergänzung sein kann? Denn die gleichen Wirkstoffe, von denen wir Zweibeiner profitieren, zeigen auch bei unseren Haustieren Erfolge. Wir erklären Ihnen darum hier, was sich hinter den bläulichen Blättern eigentlich verbirgt, wann Sie sie sinnvoll einsetzen können und wie Sie die besten Resultate erzielen. Lesen Sie hier mehr!

Pflanzenkunde: Eukalyptus unter der Lupe

Schauen wir uns zunächst einmal den Eukalyptus etwas näher an. Denn wenn wir von der Pflanze sprechen, meinen wir für gewöhnlich eine Untergattung: den blauen Eukalyptus (lat. Eucalyptus globulus). Er ist im Südosten Australiens, vor allem der Insel Tasmanien, zu Hause. Dort verwendeten die Einheimischen damals wie heute vor allem das Holz.

Die Blätter hingegen dienten maßgeblich als Nahrung für Koalas und andere Beuteltiere. Die meisten anderen Lebewesen hingegen halten sich von den blauen Bäumen eher fern, da sie Giftstoffe enthalten. Doch wie so oft gilt auch hier: Die Dosis macht den Unterschied. Denn in geringer Menge und richtig aufbereitet ist der Eukalyptus für Pferd und Mensch eine Heilpflanze – dazu aber gleich noch mehr.

Übrigens: In Europa und der restlichen Welt kennen wir den Eukalyptus bereits seit dem 18. Jahrhundert. Denn mit der Entdeckung Australiens brachten die Kolonialisten auch das Gewächs mit in unsere Breitengrade. Da es allerdings viel Wasser benötigte, wurde es vor allem in Sumpfgebieten nahe des Äquators angepflanzt. Ein unerwarteter Nebeneffekt: Die Nässe wurde fast vollständig aufgesogen, womit auch viele der Moskitos ihr Zuhause verloren und die Fälle der Malaria-Erkrankungen deutlich nachließen. Seitdem ist der Eukalyptus in vielen Gebieten auch als Fieberbaum bekannt.

Geschichte: Eukalyptus als Heilpflanze

Inzwischen verwenden wir die Eukalyptusblätter schon seit mehreren Jahrhunderten als Heilpflanze. Ihnen werden zahlreiche Eigenschaften zugesprochen, von denen wir und unsere Haustiere profitieren können. Eine erste Übersicht der wichtigsten haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

  • antibakteriell/-viral
  • auswurffördernd
  • entzündungshemmend
  • fiebersenkend
  • krampflösend
  • schleimlösend

Schon aus dieser Liste lässt sich gut ablesen, warum der Eukalyptus für Pferd und Mensch gern bei Husten und Erkältungen eingesetzt wird. Verantwortlich dafür sind übrigens die enthaltenen ätherischen Öle (u.a. Cineol, Geraniol, Limonen) sowie die Bitter- und Gerbstoffe.

Wirkbereiche: Eukalyptus für Pferde

Meistens wird der Eukalyptus Pferden in flüssiger Form gegeben. Dieses enthält die ätherischen Öle in besonders konzentrierter Form und gilt darum als hochwirksam bei Erkrankungen der Atemwege. Gleichzeitig kann es aber auch als Insektenschutzmittel eingesetzt werden. Genaueres erklären wir Ihnen jetzt!

Eukalyptus für Pferde: stark für die Atemwege

Sie kennen sicher den typischen Duft des Eukalyptus. Auch dieser stammt aus den enthaltenen ätherischen Ölen. Doch nicht nur riechen sie wohltuend, sie wirken sich auch positiv auf die gereizten Atemwege auf. So können sie die angespannten Bronchien entkrampfen, hartnäckigen Schleim lösen und dessen Abtransport fördern.

Um von diesen positiven Eigenschaften zu profitieren, sollten Sie nie pur Eukalyptus ans Pferd verfüttern. Vielmehr können Sie unterschiedliche Präparate kaufen bzw. selbst herstellen. Das Eukalyptusöl wird aufgrund seiner meist sehr hohen Konzentration eher äußerlich angewendet. So kann es beispielsweise in Form eines Dampfbades inhaliert oder direkt auf die Haut aufgetragen werden.

Alternativ bieten sich Tees aus den Blättern an. Hierin findet sich eine deutlich geringere Menge der ätherischen Öle, weswegen sie auch innerlich angewendet werden können. Dazu brühen Sie einfach einen Teelöffel Eukalyptusblätter mit etwa 100 bis 200 ml Wasser auf. Lassen Sie das ganze abkühlen und mischen Sie es unter das Futter Ihres Pferdes.

Insektenschutz: Eukalyptus gegen Ungeziefer

Neben der Anwendung bei Husten und anderen Atemwegserkrankungen ist der Eukalyptus fürs Pferd auch ein beliebtes Insektenschutzmittel. Wir haben es zuvor schon erwähnt: Die meisten Lebewesen halten Abstand von den Pflanzen, da sie Giftstoffe enthalten. Was wir Menschen also als wohlriechenden Duft empfinden, wirkt auf Insekten eher abstoßend.

Das bedeutet: Reiben Sie Ihr Pferd im Hochsommer mit etwas Eukalyptusöl ein oder verdünnen Sie dieses mit ein wenig Wasser zu einem Spray, werden die Insekten schnell Reißaus nehmen. Um diese Wirkung zu erzielen, bietet sich der Zitronen-Eukalyptus (lat. Eucalyptus citriodora) an, denn bei diesem ist aufgrund des hohen Anteils an PMD (p-Menthan-3,8-diol) der Geruch besonders intensiv.

Achtung! Sie müssen den Eukalyptus in regelmäßigen Abständen frisch auftragen. Denn durch das Schwitzen bei hohen Temperaturen verliert sich der Geruch relativ schnell und wird unwirksam. Sind Sie und Ihre Tiere besonders geplagt vom Ungeziefer? Dann geben wir Ihnen in unserem Magazin Tipps zur Fliegendecke für Pferde und allem, was Sie sonst noch tun können.

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Ein kleiner Haufen an zerkleinerten Eukalyptusblättern

Quelle: Adobe StockNito)

Dosierung und Nebenwirkungen: Eukalyptus an Pferde füttern

Wir wollen es an dieser Stelle noch einmal betonen: Eukalyptus enthält Giftstoffe. Darum sollten die Blätter auch nie pur gegeben werden. Auch eine Überdosierung kann unangenehme Folgen haben. Stellen Sie also Durchfall und/oder Kotwasser fest, setzen Sie das Kraut besser wieder ab. Leidet Ihr Tier unter einem empfindlichen Magen oder einer Lebererkrankung? Dann empfiehlt sich die Verwendung ebenfalls nicht.

Generell gilt bei Großpferden (ca. 600 kg) ein Limit von maximal 50 g Eukalyptus je Tag. Bei Ponys hingegen halbiert sich die Menge. Sie sollten immer mit heißem Wasser aufgebrüht und erst nach dem Abkühlen verabreicht werden. Alternativ können Sie auch zu speziellen Pellets greifen, in denen das Öl verdauungsgerecht und in geringen Dosen verarbeitet wurde. Halten Sie sich auch hier unbedingt an die Herstellerangaben!

Wollen Sie das Öl äußerlich auftragen, sollten Sie zudem erst prüfen, ob der Eukalyptus fürs Pferd verträglich ist. Denn selten treten auch Allergien auf. Tragen Sie darum das Produkt am besten zunächst punktuell auf und beobachten die Stelle. Treten Rötungen und/oder Pusteln auf, sollten Sie besser zu einer Alternative greifen.

Ein Pferd hustet

Quelle: Adobe StockTetastock)

Hustenkräuter: Eukalyptus für Pferde kombinieren

Eukalyptus wird allgemein nur selten allein eingesetzt. Viel effektiver ist es, eine Kombination aus verschieden Hustenkräutern für Pferde einzusetzen. Allen voran sind hier Anis, Schwarzkümmelöl, Thymian und Fenchel zu nennen. Was diese jeweils bewirken und wie Sie eine sinnvolle Mischung zusammenstellen oder wählen, verraten wir Ihnen in unserem Beitrag zum Thema.

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Sollten Sie sich allgemein unsicher sein, was es bedeutet, wenn das Pferd hustet, lesen Sie hier weiter. In diesem Artikel geben wir wichtige Tipps, wie Sie selbst Symptomatiken erkennen. Jedoch wollen wir eins vorwegnehmen: Rufen Sie lieber einmal zu oft den Tierarzt! Dieser kann eine sichere Diagnose stellen.

Weiterführende Links
www.wikipedia.org/wiki/Blauer_Eukalyptus
www.vetpharm.uzh.ch/phytodb/0071_pvm.htm
www.heilkraeuter.de/lexikon/eukalyptus.htm