Leidet ein Pferd unter Beschwerden mit den Atemwegen, kann das schnell gravierende Folgen haben. Nicht selten muss das Training angepasst werden oder das Tier kann gar nicht mehr geritten werden. Kein Wunder also, dass die Sorgen bei Reitern und Besitzern schnell in solchen Momenten zunehmen. Jedoch muss natürlich nicht jeder kleine Infekt gleich mit Antibiotika behandelt werden. Wir zeigen Ihnen stattdessen, welche Hustenkräuter für Pferde sinnvoll sind und wie sie eingesetzt werden.

Empfindlich: Die Atemwege der Pferde

In einem früheren Beitrag haben wir schon einmal explizit das Thema Husten beim Pferd behandelt. Wollen Sie also tiefgehendere Informationen dazu erhalten, schauen Sie sich diesen unbedingt einmal an. An dieser Stelle wollen wir nur noch einmal deutlich machen, dass die Atemwege des Pferdes sehr empfindlich sind.

Die alleinige Verwendung von Hustenkräutern bei Pferden ist daher oftmals leider nicht die Lösung. Viel zu häufig entwickelt sich immer noch aus einem Atemwegsinfekt eine chronische Erkrankung. Stellen Sie also fest, dass Ihr Tier in diesem Bereich Probleme hat, lassen Sie das am besten einmal vom Tierarzt prüfen. Nicht selten können schon kleine Faktoren die Ursache sein.

So ist zum Beispiel die Stallhygiene nicht selten ausschlaggebend. Auch mit dieser haben wir uns in einem anderen Beitrag schon einmal ausgiebig beschäftigt. Sollte jedoch eine Virusinfektion oder gar eine Bronchitis der Grund für den Husten sein, darf diese nicht nur mit Kräutern behandelt werden. Während die Pflanzen durchaus unterstützend eingesetzt werden können, sind sie als alleinige Therapie nur bei kleinen Infekten und nach Absprache mit dem Veterinär zu empfehlen. Hier können sie dafür aber wirklich wohltuend wirken.

Hustenkräuter für Pferde: natürliche Behandlung oder Hokuspokus?

Nicht selten werden natürliche Mittel in unserer modernen Medizin völlig verworfen. Doch das ist eigentlich schade, schließlich wurden verschiedenen Kräutern und Pflanzen durchaus heilende bzw. beruhigende Wirkungen nachgewiesen. Während diese, wie oben schon beschrieben, gerade bei schwerwiegenden Erkrankungen nicht das einzige Mittel sein sollten, können sie die Heilung durchaus unterstützen.

Daher wollen wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Hustenkräuter für Pferde einmal im Detail vorstellen. Diese haben in der Regel unterschiedliche Wirkweisen und eignen sich verschieden gut für bestimmte Krankheiten. Achten Sie bei der Fütterung immer darauf zu Kräutermischungen zu greifen, die auf Ihr Pferd abgestimmt sind. Sie sollten hier nach dem Prinzip “weniger ist mehr” arbeiten.

Equidocs Kräutermischung Atem Gut

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Denn nur weil ein Futter rund 50 Kräuter enthält, macht es das nicht wirksamer als eine Variante mit nur zehn. Im Gegenteil: Die gezielte Auswahl der passenden Pflanzen greift genau an der Stelle, an der Sie es auch wollen. So werden die Krankheitsbilder effektiver bekämpft. Damit Sie dabei die richtige Wahl treffen, lesen Sie hier weiter und erfahren mehr über die unterschiedlichen Hustenkräuter für Pferde.

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Wir wirken die Kräuter gegen Husten beim Pferd

Die Kräuter, die wir Ihnen gleich vorstellen, sollten in der Regel immer über mehrere Wochen als eine Art Kur über die Nahrung aufgenommen werden. Sie haben eine schleimlösende und/oder krampflösende Wirkung. Das bedeutet, dass sie unter anderem den zähen Schleim verflüssigen können und so den Abtransport leichter machen. Das macht auch das Abhusten einfacher.

Zudem stellt das Husten an sich auch einen anstrengenden Vorgang für das Pferd dar. Denn es ist eine ungewöhnliche Belastung für Kopf und Hals bis hin zu den Bronchien. Die krampflösenden Hustenkräuter für Pferde setzen genau hier an und sorgen dafür, dass die Atmung wieder leichter fällt und das Husten weniger unangenehm ist. So entspannen sie auch die umliegende Muskulatur.

Anis

Anis für den Bronchialraum des Pferdekörpers

Ursprünglich stammt Anis aus Asien, wird aber heute auch im Mittelmeerraum gern und viel angebaut. In der Naturheilkunde wird der Samen der Pflanze verwendet, welcher etwa im Juli oder August ausgereift ist. Er bringt verschiedene wichtige Nährstoffe mit, die sich auf den ganzen Pferdekörper, vor allem aber auch auf den Bronchialraum positiv auswirken. Dazu zählen:

  • Acetaldehyd
  • Anissäure
  • Ansiketon
  • Ätherische Öle
  • Carvon
  • Cumarine
  • Eugenol
  • Isoanethol
  • Kaffeesäure
  • Kampfer
  • Thymol
  • Vitamin C

Bei Atemwegserkrankungen wird dieses Hustenkraut beim Pferd vor allem aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung eingesetzt. Zusätzlich fördern die Samen aber auch den Auswurf und sind antibakteriell. Durch die enthaltenen ätherischen Öle können auch die Krämpfe behandelt werden. Eine Kur wird in der Regel einen Umfang von vier bis sechs Wochen haben und täglich etwa 10 bis 25 g Anis beinhalten.

Fenchel

Fenchel hat eine wohltuende Wirkung

Vielleicht kennen Sie das auch von sich selbst: Ein Fencheltee kann bei einer Erkältung eine wahrlich wohltuende Wirkung haben. Das ist schon seit mehreren Jahrhunderten bekannt, denn bereits zu Anbeginn der traditionell chinesischen Medizin wurde das Kraut eingesetzt. Und auch unsere Tiere profitieren davon.

Ähnlich wie Anis enthält auch Fenchel eine große Menge an ätherischen Ölen, die ihm seine schleim- und krampflösende sowie antibakterielle Wirkung verleihen. Je nachdem, ob Sie Fenchelsamen oder -früchte einsetzen, sind zudem auch viele weitere Spurenelemente und Mineralien wie Natrium, Magnesium, Kupfer und Fluor enthalten. Die Gabe sollte wie beim Anis über etwa vier bis acht Wochen mit etwa 10 bis 25 g am Tag erfolgen.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl ein wahrer Vitamincocktail

Schon im Altertum wurde Schwarzkümmelöl als natürliches Heilmittel nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Nutztieren eingesetzt. Dieses wird in der Regel aus dem Ägyptischen Schwarzkümmel gewonnen, welches über einhundert wertvolle Inhaltsstoffe mitbringt, die zusammen einen wahren Vitamincocktail ergeben.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind dabei die ätherischen und fetten Öle (v.a. auch der hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren) sowie die Spurenelemente. Allgemein wird das Öl gern zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Aber auch bei Atemwegserkrankungen ist es eine sinnvolle Nahrungsergänzung.

Vor allem chronische Erkrankungen wie Asthma, Allergien oder COB profitieren von einer Gabe dieser Hustenkräuter für Pferde. Denn langfristig kann das Öl Linderung verschaffen und die Allergiebereitschaft reduzieren. Eine Kur dauert etwa drei bis sechs Monate an und umfasst 15 bis 25 g Schwarzkümmelöl je Tag.

Spitzwegerich

Spitzwegerich ein Schutz für die Schleimhäute

Ein Kraut, das sich natürlicherweise auch schon auf vielen Pferdeweiden finden lässt und dort auch erwünscht ist: Der Spitzwegerich bringt viele gute Eigenschaften mit. Denn in der Pflanze sind unter anderem unterschiedliche Schleim- und Gerbstoffe enthalten, welche sich positiv auf den Hustenreiz auswirken.

Die enthaltenen Schleimstoffe dieser Hustenkräuter für Pferde legen sich wie eine Art Schutzfilm um die Schleimhäute. So wird der Reiz, der bei jedem Husten verursacht wird, deutlich abgemildert. Aber auch vorbeugend kann das Kraut eingesetzt werden, da es einige immunisierende Inhaltsstoffe wie etwa Flavonoide, Vitamine, Zink, Kieselsäure und Kalium enthält. Es wird eine Menge von etwa 30 bis 60 g täglich empfohlen.

Thymian

Thymian hat einen großen Anteil an ätherischen Ölen

Was Sie vielleicht eher vom Würzen Ihrer Speisen kennen, ist eigentlich auch eine hochwirksame Heilpflanze. Besonders wenn es um die Behandlung von Bronchitis und anderen Problemen mit den oberen Atemwegen geht, ist das Kraut eine sinnvolle Nahrungsergänzung.

Es enthält unter anderem einen großen Anteil an ätherischen Ölen, Flavonoide und Gerbstoffe. Diese Zusammensetzung macht Thymian zu einer Pflanze, die hervorragende krampflösende Eigenschaften mitbringt. Die Fütterung kann zur Entspannung der Atemwege deutlich beitragen. In der Regel sollten 25 bis 50 g täglich gegeben werden.

Weitere Hustenkräuter für Pferde

Während wir Ihnen hier nun einmal die wichtigsten und bekanntesten Hustenkräuter für Pferde vorgestellt haben, ist die Liste eigentlich noch viel länger. Wir wollen darum an dieser Stelle noch einige weitere nützliche Pflanzen kurz vorstellen, von denen Ihr Pferd bei einer Atemwegserkrankung profitieren kann:

  • Eibisch: viele Schleimstoffe in Blättern und Wurzel
  • Enzianwurzel: viele Bitterstoffe zur Förderung der Speichelbildung
  • Eukalyptusblätter: Vielzahl an ätherischen Ölen, Gerbstoffen und Flavonoiden (Verflüssigung des Schleims)
  • Gänseblümchen: verschiedene Schleim- und Bitterstoffe in den Blütenblättern
  • Fichte: desinfizierende Wirkung auf die Lunge
  • Holunderblüten: viele Vitamine, Fruchtsäuren und Gerbstoffe zur Stärkung des Immunsystems
  • Huflattich: viele Schleimstoffe zur Linderung des Hustenreizes
  • Kornblume: Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe zur Beruhigung der Rachen- und Atemwege
  • Lindenblüten: v.a. bei chronischen Erkrankungen wegen seiner Flavonoide, Schleim- und Bitterstoffe sowie ätherischen Öle sinnvoll
  • Lungenkraut: Schleimstoffe bereinigen und beruhigen die Atemwege
  • Süßholzwurzel: antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkung

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Quellen
https://ponyverband-hessen.de/index.php/zucht/ponyzucht-von-a-bis-z/184-heilkraeuter-gezielt-gegen-husten-einsetzen
https://www.st-georg.de/wissen/das-pferd-hustet-atemwegserkrankungen-erkennen/
https://www.tiergesund.de/krankheiten/pferd/husten
https://pferdewiese.com/alte-weisheiten-wenn-das-pferd-hustet/