MSM für Pferde – was verbirgt sich hinter dem Schwefel?

Immer häufiger hört man von MSM für Pferde. Es scheint beinahe als ein Wunderheilmittel angepriesen zu sein – bei Arthrose, bei Ausschlag, bei Atemwegserkrankungen, ja sogar bei einem parasitären Befall soll der organische Schwefel helfen. Doch was steckt eigentlich dahinter und wann kann er wirklich eingesetzt werden? Wir erklären es!

Quelle für organischen Schwefel: Was ist MSM?

MSM steht zuerst einmal für Methylsulfonylmethan. Es handelt sich dabei um einen Stoff, der im Weidegras enthalten ist und so auch auf natürliche Weise von den Pferden aufgenommen wird. Er ist die Quelle für organischen Schwefel schlechthin und wird vor allem schnell im Magen resorbiert und verdaut.


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Weidegras ist wichtig für die Pferdeernährung

Doch bevor wir spezifisch zum MSM für Pferde kommen, wollen wir einen Blick darauf werfen, woher der Stoff eigentlich kommt. Seinen Ursprung hat er nämlich im Ozean als DMS, also Dimethylsulfid. Dieses wird von Phytoplankton produziert und dann an die Meeresoberfläche abgegeben.

Durch Verdunstung steigt der Stoff auf und wird mit dem Regen zusammen an die Erde weitergeleitet. Jetzt erst absorbiert die Pflanzenwurzeln das DMS in das grüne Weidegras und wird als MSM von Pferden aufgenommen.


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Pferde brauchen ausreichend Raum für Bewegung

MSM beim Pferd, oder: die Aufgabe von Schwefel

Organischer Schwefel hat neben den Mineralien Kalzium und Phosphor die meisten Aufgaben im Pferdekörper inne. Er sorgt dafür, dass Bewegungsabläufe ungehemmt und schmerzfrei möglich sind, da er die Kollagenbildung anregt. Ein Mangel macht sich in der Regel zuerst in den Knorpeln, Bändern und Sehnen der Tiere bemerkbar.

Außerdem ist MSM beim Pferd ausschlaggebend für die Produktion von Haut, Horn und Haar. Auch zur Stärkung des Immunsystems trägt er bei, indem er den Aufbau von Antikörpern unterstützt. Damit zählt der Schwefel zu den lebenswichtigen Mineralstoffen. Normalerweise wird er in seiner organischen Form über frisches Futter wie Weidegras aufgenommen. Jedoch verlieren Heu, Stroh und Co. im Trocknungsprozess an Schwefelhaltigkeit, weshalb bei einigen Nutztieren ein Mangel auftritt.

Kurz zusammengefasst – darum brauchen Pferde MSM:

  • flüssige Bewegungsabläufe
  • Stärkung von Knorpeln, Bändern und Sehnen
  • anregen der Horn- und Haarproduktion
  • Kräftigung des Immunsystems

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Ruhe und Gelassenheit ziehen ein, wenn sich ein Pferd wohlfühlt

Was bewirkt MSM beim Pferd?

Organischer Schwefel in Form von MSM wird über die Haut, Nieren usw. problemlos aufgenommen und in seine Bestandteile zerlegt. Diese werden anschließend an die unterschiedlichsten Organe verteilt. Insgesamt wird der Stoff in über 150 verschiedene Bausteine gespalten und ist an den unterschiedlichsten Prozessen beteiligt.

Die mikromolekulare Struktur des Schwefels ist essenziell für Enzyme, Aminosäuren, Hormone, für die Hornbildung, das Bindegewebe, die Leber, Knorpel, Knochen und Bänder. Damit ist MSM für Pferde unverzichtbar.

Im Kontrast: anorganischer Schwefel

Schwefel ist nicht gleich Schwefel. Denn während MSM von Pferden ohne Weiteres aufgenommen und verarbeitet wird, ist das bei anorganischen Verbindungen anders. Das bedeutet jedoch nicht, dass er im Körper keine Anwendung findet, sondern nur, dass diese eine andere ist.

Die bekannteste Quelle für die anorganischen Substanzen ist die Schwefelblüte. Pferde profitieren von der innerlichen Anwendung vor allem als Vorbeugung für Parasiten und während der Reinigung des Magen-Darm-Traktes. Zudem kannst du sie als Salbe beim Sommerekzem, Mauke und anderen Hauterkrankungen einsetzen.


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Lahmen, Husten, Krampfen – Einsatzgebiete

Die Wirkungen von MSM im Pferd sind so vielseitig wie die Bestandteile, in die der organische Schwefel zersetzt wird. Dieser Stoff wird von Tierärzten bei den unterschiedlichsten Erkrankungen empfohlen – es sollte also keine Überraschung sein, dass viele ihn als „Wunderheilmittel“ bezeichnen. Grundsätzlich wirkt MSM entzündungshemmend, schmerzlindernd und stärkend auf Muskeln, Sehnen und Knorpel.

Bei Gelenkschmerzen

Leidet ein Pferd zum Beispiel unter Arthrose, kann ein Zusatzfutter mit MSM helfen, die Schmerzen und die Entzündung selbst zu lindern. Besonders im Vordergrund steht hier die leichte Verträglichkeit des organischen Schwefels. Chemische Medikamente bringen im Gegensatz leider oft unschöne Nebenwirkungen mit sich.

Auch bei Arthritis wird der organische Schwefel oft eingesetzt. Der unangenehmen Versteifung der Gelenke wird mit MSM oft vorgebeugt oder entgegengewirkt. Bänder, Sehnen und Knorpel rund um die betroffenen Regionen werden gestärkt und oft zeigt sich sehr schnell eine Verbesserung des Bewegungsapparats.


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Pferdebein wird gebeugt

Übrigens ist MSM auch für Sportpferde wichtig, denn es vermindert Krämpfe. Gerade wenn Sie also oft mit Ihrem Pferd trainieren und es stark gearbeitet wird, kann eine zusätzliche Fütterung von Schwefel helfen, Muskelkater und Krämpfen vorzubeugen.

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Husten kann unterschiedliche Ursachen haben

Bei Infekten und Co.

Wenn dein Tier häufig hustet, kann das zum einen ein Hinweis auf eine Erkältung – also einen grippalen Infekt – oder aber auch auf eine Lungenerkrankung wie Bronchitis sein. In beiden Fällen kann die zusätzliche Fütterung von MSM ans Pferd die Symptome lindern.

Auch bei Erkrankungen des Verdauungsapparats wie Koliken und Kotwasser oder einer Störung in der Magen-Darm-Gegend hat organischer Schwefel nachgewiesenermaßen eine beruhigende Wirkung. Selbst bei Beschwerden mit der Leber stellt sich durch die Zugabe des Stoffs häufig eine deutliche Besserung ein.


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Gesunde Hufe sind wichtig

Bei Problemen mit Haut, Haar und Horn

Wie schon beschrieben, wirkt sich Schwefel immens auf die Qualität von Haut, Haar und Horn aus. Die Fütterung kann das Bindegewebe stärken, regenerieren und optimieren. Das Hufhorn wird kräftiger und wächst schneller nach – ebenso übrigens die Haare. Gerade nach Erkrankungen wie Hufrehe oder Hufrolle ist die Fütterung von MSM für Pferde wichtig. Auch die Elastizität der Haut wird positiv beeinflusst.

Hat sich dein Tier außerdem einmal eine ernste Verletzung zugezogen, welche eine Narbe hinterlassen hat, kannst du MSM ebenfalls einsetzen. Der organische Schwefel verändert die Verbindungen im Kollagen – einem Baustein von Narbengewebe – nämlich so, dass die Haut weicher wird und Wundmale zu schwinden beginnen.


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Wie viel darf es sein? – MSM Dosierung beim Pferd

Hier scheiden sich die Geister ein wenig. Jedoch lässt sich im Grunde sagen, dass nur wenige Gramm MSM zusätzlich ausreichen – schließlich nehmen die meisten Pferde den organischen Schwefel auf natürliche Weise auf. Um die tägliche Versorgung auszugleichen, sollten 0,3 bis 0,5 Gramm auf 100 kg Lebendmasse ausreichen.

Liegen akute Schmerzen oder Beschwerden durch die oben genannten Krankheiten vor, , kannst du die MSM-Dosierung pro Pferd auf 1 bis 1,5 Gramm je 100 kg LM erhöhen. Allerdings solltest du in diesem Fall unbedingt Rücksprache mit deinem Tierarzt halten, da die Meinungen der Experten hier auseinander gehen.

Diese Werte sind übrigens unabhängig von der Form, in welcher du MSM deinem Pferd verabreichst. Entscheide einfach je nach Bedarf, ob du Tabletten, Kapseln, Pellets, Pulver oder eine flüssige Form nutzt – je nachdem, was für dein Pferd das angenehmste ist.

MSM für Pferde: Nebenwirkungen

Wird zu viel MSM an Pferde gefüttert, stellen sich meist Nebenwirkungen ein. Erste Symptome sind dabei Blähungen und Durchfall. Ist dies bei dir der Fall, reduziere die Tagesdosis und halte gegebenenfalls Rücksprache mit deinem Tierarzt.

Außerdem kommt es bei einer Überfütterung oft zu einer Hemmung der Aufnahme anderer Spurenelemente. Das betrifft vor allem Kupfer, Selen und Molybdän. Ein Mangel dieser Elemente äußert sich häufig als Juckreiz, Pigmentverlust und ein Nachlassen der Hufqualität. Achte also unbedingt auf diese Anzeichen!

Langzeitnebenwirkungen sind bis jetzt nicht bekannt. Auch Vergiftungen oder Allergien auf den organischen Schwefel wurden bisher nicht beobachtet. Generell sollten trächtige Stuten aber besser kein zusätzliches MSM zu sich nehmen.


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Organischer Schwefel – da kommt er noch vor

Willst du deinem Pferd zusätzlichen Schwefel zukommen lassen, gibt es auch Alternativen zu frischem Weidegras und Tabletten. Gerade im Winter eignet sich die Fütterung von Knoblauch, Zwiebeln, Bärlauch, Meerrettich und Senfsamen, um den Schwefelhaushalt zu füllen.

Achte jedoch auch hier darauf, dass du nicht zu viel fütterst. Denn dann könnten sich ebenfalls wieder Nebenwirkungen einstellen.

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Weiterführende Links:
www.natural-horse-care.com/…/inhaltsstoffe-futter-schwefel-organisch-pferd/
www.natural-horse-care.com/pferdekrankheiten/msm-pferd-fuettern/
www.tipps-zum-pferd.de/msm-pferd_tipp_289.html 
www.sv-institut.de/msm-methylsulfonylmethan/
www.haustierratgeber.de/pferde/schwefelbluete-fuer-das-pferd-warum-dieser-schwefel-kein-stoff-aus-der-hoelle-ist/