Die regelmäßige und richtige Pflege der Pferdehufe ist wichtig – denn ein zufriedenes Ross braucht gesunde Hufe. Doch wie sieht diese Hufpflege beim Pferd eigentlich aus und worauf muss man besonders Acht geben? Wir geben Ihnen die Antworten, die Sie brauchen!

Einige Tipps vor der eigentlichen Pflege

Um die Hufe Ihres Lieblings zu pflegen, helfen schon alltägliche Dinge, die meist ohnehin bereits als selbstverständlich in den Tagesablauf eingegliedert sind. Zuerst einmal sollte das Pferd regelmäßig und über einen längeren Zeitraum bewegt werden oder die Möglichkeit haben, sich selbst zu bewegen. Das sorgt für eine bessere Durchblutung des Pferde-Kreislaufs insgesamt und fördert die Massage und Durchblutung des Hufes mit all seinen Huforganen.

Achten Sie außerdem darauf, dass die Box und der Paddock sauber sind. Kot oder Urin muss regelmäßig entfernt werden, denn diese greifen die Hufe stark an. Hier hilft nur das tägliche abäppeln bzw. ausmisten. Wenn es im Übrigen viel geregnet hat und der Paddock und die Weide sehr schlammig sind, sollte man davon absehen, dass Pferd rauszustellen. Denn Schlamm ist ein Paradies für alle möglichen Bakterien.

Die tägliche Hufpflege

„Sie hat die Füße schön“ wird zu „es hat die Hufe schön“ und dafür braucht es einige routinierte Handgriffe. Allem voran sollten Pferdehufe mindestens einmal täglich mit einem Hufkratzer gereinigt und abgebürstet werden. Bei diesem Unterfangen können sie auch gleich nach Fremdkörpern wie Steinen und auf Verletzungen untersucht werden. Wenn das Pferd geritten wird, sollten die Hufe sogar vor und nach dem Reiten ausgekratzt und begutachtet werden, denn unterwegs kann viel passieren.

Mädchen beim Hufe Auskratzen

Vor und nach dem Reiten sollten die hufe ausgekratzt werden

Tolle Utensilien zur Hufpflege und entsprechende Nahrungsergänzungen finden Sie hier im Equidocs-Shop!

Darauf muss beim Hufe Auskratzen geachtet werden

Beim Hufe Auskratzen, sollten vor allem Mist und Einstreu entfernt werden. Diese können ansonsten zu Strahlfäule führen. Dabei wird der hochempfindliche Strahl in der Mitte des Pferdehufs angegriffen und Bakterien beginnen das Hufhorn zu zersetzen. Diese Infektion stinkt nicht nur scheußlich, sondern schmerzt in fortgeschrittenem Stadium das Pferd enorm. Bei Nichtbehandlung kann Strahlfäule sogar zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führen.

Und was ist mit Hufeisen?

Prüfen Sie bei beschlagenen Pferden außerdem regelmäßig, ob das Hufeisen noch festsitzt. Wenn das Eisen locker sein sollte, muss unbedingt der Hufschmied gerufen werden, damit er sich darum kümmert. Bei Barhuf-Pferden dagegen gilt die tägliche Prüfung den Hufrändern. Falls sich hier scharfe Kanten gebildet haben, müssten diese mit einer Raspel geglättet werden.

Hufeisen

Der Schmied passt das Hufeisen genau an den Pferdehuf an

Wenn es mal zu spät ist

Stellt man bei der täglichen Kontrolle fest, dass das Pferd ein Eisen verloren hat, ist Vorsicht geboten. Bis der Hufschmied kommt, sollte das Pferd nur auf einem weichen Platz oder in der Halle geritten werden – harte Böden sollten Sie zwingend vermeiden. Auch Springen ist absolut tabu bis das Eisen wieder dran ist.

Regelmäßiges Waschen

Damit die Hufe immer schön elastisch bleiben, benötigen sie Feuchtigkeit und sollten deshalb regelmäßig gewaschen werden. Das kann entweder in einem Rutsch mit dem Waschen der Beine nach dem Reiten passieren oder davon unabhängig mit einer nassen Bürste vonstattengehen.

Pferdehufe werden gewaschen

Beim Waschen werden Pferdehufe sauber und tanken Feuchtigkeit

Damit der Huf zwischendurch richtig mit Feuchtigkeit gesättigt wird, können Sie Ihr Pferd hin und wieder für 15 – 20 Minuten in eine Schwemme mit sauberem (!) Wasser zu stellen. Aber auch Weidegänge bei taunassem Gras am morgen erfüllen diese Funktion.

Wenn der Hufschmied kommt

Beschlagene Pferde sollten alle sechs bis acht Wochen zum Hufschmied gebracht werden. Dieser nimmt die Eisen ab und bringt die Hornschicht darunter in Form. So wird gewährleistet, dass das Pferd gerade auf den Hufen steht. Dieser regelmäßige Besuch ist wichtig, damit die Hufe nicht zu lang wachsen und so Veränderungen in der Beinstellung, Sehnenschäden und Gelenküberlastungen vermieden werden.

Außerdem entscheidet der Hufschmied bei jedem Einsatz, ob das Pferd neue Eisen braucht. Das ist immer der Fall, wenn diese soweit abgelaufen sind, dass sie brechen könnten. In den meisten Fällen werden Hufeisen gewechselt, nachdem sie das zweite Mal am Huf angebracht wurden. Bei Pferde, die viel im Gelände auf steinigem Boden unterwegs sind kann es nötig sein bei jedem Beschlag neue Hufeisen zu verwenden.

Kennen Sie unseren Onlineshop  schon? Hier finden Sie Pflegeprodukte und Zusatzfutter für Ihr Pferd.

Der Hufschmied bei Barhuf-Pferden

Auch Pferde ohne Eisen sollten beim Hufschmied regelmäßig vorbeischauen. Allerdings ist hier die Periode zwischen den Besuchen meist etwas länger – man kann manchmal bis zu zehn Wochen warten. Bei Barhuf-Pferden kontrolliert der Schmied die Stellung des Pferdes und schneidet die Hufe aus. Sind die Hufe zu weit abgelaufen, legt er Eisen an, um Lahmheiten zu vermeiden.

Hufschmied beim Ausschneiden

Der Schmied schneidet die Hufe aus

Jahreszeiten-abhängige Hufpflege

Je nach Jahreszeit müssen die Hufe unterschiedlich gepflegt werden. Im Herbst und Winter ist es draußen meist feucht und kalt. Das bedeutet, dass man darauf achten sollte, dass nicht zu viel Feuchtigkeit in den Huf eindringt. Dazu kann man im Trocknen etwas Fett auftragen – dieses hält Feuchtigkeit und Streusalz vom Eindringen in das Horn ab.

Im Frühling und Sommer dagegen ist es meist eher heiß und trocken und die Pferdehufe neigen dazu auszutrocknen. Um das zu verhindern, können sie nach dem Waschen, wenn sie noch schön feucht sind, ebenfalls mit Fett eingestrichen werden. Das Fett hat in dem Fall die Aufgabe die Feuchtigkeit im Huf zu halten.

Aber Achtung! Bitte übertreiben Sie es nicht mit der Anwendung von Huffett. Der zu häufige Einsatz des Produktes kann das Austrocknen des Hufs sonst auch fördern.

Quellen

www.tipps-zum-pferd.de
www.equiva.com/…/hufpflege-6-tipps-fuer-gute-hufe
www.blog.horze.de/tipps-und-tricks/