Teufelskralle für Pferde – eine natürliche Behandlung?

Schon seit längerer Zeit ist die Teufelskralle als pflanzliches Heilmittel bei Gelenkproblemen bekannt – und das nicht nur beim Menschen. Auch bei Tieren kann sich das Gewächs positiv auf Krankheiten wie Arthrose auswirken. Erfahre jetzt bei uns, wie Teufelskralle für Pferde wirkt und wie es richtig eingesetzt wird!

Was ist Teufelskralle?

Die afrikanische Teufelskralle (harpagophytum procumbens) gehört der Gruppe der Sesamgewächsen an und ist ursprünglich in Südafrika und Namibia beheimatet. Die Frucht an sich ist mit Widerhaken ausgestattet und klettet sich schnell an Kleidung, Fell und Haut – daher auch der Name Teufelskralle oder Trampelklette.


Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) Heilpflanze und Blüte. Kalahari-Wüste. Botswana

Für den heilenden Einsatz werden die Wurzeln der Teufelskralle-Pflanze verwendet, denn diese enthalten wichtige Nährstoffe. Die sogenannten Speicherwurzeln verfügen über einen überdurchschnittlichen Anteil an Phenylpropanoiden, Iridoidglykosiden, ungesättigten Fettsäuren, Zimt- und Chlorgensäure. Diese Inhaltsstoffe machen die Teufelskralle zu einer effektiven Heilpflanze für Mensch und Tier.

Übrigens gibt es auch in Europa eine Pflanze, die den Namen Teufelskralle trägt. Diese zählt jedoch zu den Glockenblumengewächsen und ist für den medizinischen Einsatz nicht geeignet!

Teufelskralle: Wirkung beim Pferd

Teufelskralle bei Gelenkproblemen

Generell ist die Wirkung der Teufelskralle, spezifisch des Wirkstoffes Harpagosid, als entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend bekannt. Somit wird sie bei Mensch und Tier gleichermaßen bei Arthritis, Arthrose und Gelenkproblemen eingesetzt. Besonders wirksam hat sie sich beim Pferd bei Verletzungen und Erkrankungen des Fessel-, Sprung- und Kniegelenks erwiesen.

Außerdem kann die Teufelskralle die Gelenkknorpel vor (weiterem) Abbau schützen und eiweißabbauende Enzyme hemmen. Gerade eine Teufelskralle-Kur hat sich bei Pferden mit Gelenkproblemen durchaus als hilfreich erwiesen, um Beschwerden zu lindern.

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Einsatz bei Erkrankungen der Huforgane

Die Behandlung mit Teufelskralle bei Hufrolle oder Hufrehe erfolgt ähnlich wie bei anderen Gelenkproblemen. Ist das Gelenk zwischen Hufbein, Kronbein und Strahlbein bzw. der Hufrollenschleimbeutel entzündet, kann die afrikanische Wurzel eine Linderung der Schmerzen sowie der Entzündung befördern.

Teufelskralle fürs Pferd bei Störung des Magen-Darm-Traktes

Ein Einsatz der Teufelskralle bei einer Kolik oder generell bei Magenproblemen kann sich ebenfalls als sinnvoll erweisen. Die Bitterstoffe der Heilpflanze regen nämlich die Magensaftsekretion und die Gallenproduktion an. Zudem kann die Beigabe von Teufelskralle den Appetit eines Pferdes anregen und Verdauungsbeschwerden verringern.

Besonders die Kombination aus Teufelskralle und Ingwer hat sich als wirksam erwiesen, um die Magensaftproduktion anzuregen. Jedoch sollte der Einsatz nach der Genesung unbedingt wieder eingestellt werden, da es sonst zu einer Überreizung der Magenschleimhaut kommen kann.


Die wertvollen Heilsubstanzen stecken in der Wurzel der Pflanze

Hilfe bei Entzündungen und Wunden

Hat ein Pferd eine Verletzung, kann Teufelskralle-Balsam eine schmerzlindernde Wirkung entfalten. Die Wirkstoffe sollten dazu möglichst nahe an der Wunde bzw. dem Ort der Entzündung aufgetragen werden.

Teufelskralle fürs Pferd: So wird sie angewandt

Die richtige Verabreichung

Die Dosierung der Teufelskralle variiert je nach Form der Verabreichung und deren Wirkstoffgehalt. Wird die reine Wurzel gemahlen, getrocknet oder geschnitten verfüttert, reichen 5 bis 10 Gramm je 100 kg Körpergewicht am Tag völlig aus. Am besten entfaltet sich die Wirkung dieser Formen übrigens aufgelöst in warmen Wasser und mit ein wenig Masch. Hier kannst du dabei selbst entscheiden, ob du die Dosis in einer Mahlzeit geben oder auf zwei aufteilen möchtest.

Teufelskralle Kapseln oder Tabletten mögen für den Menschen zwar sinnvoll sein, sind aber für den Einsatz beim Pferd weniger geeignet, da der Wirkstoffgehalt für die großen Tiere zu gering ist. Ebenso verhält es sich übrigens mit Teufelskralle Gel und Salbe.

Am gängigsten ist darum das Teufelskrallenextrakt, entweder in flüssiger Form, als Pulver oder bereits den Pellets beigemischt. Hier wird von Experten eine hohe Wirksamkeit der heilenden Stoffe bestätigt. Das liegt u.a. auch daran, dass es zum Teil bei den Naturprodukten Qualitätsschwankungen gibt. Darum ist das Extrakt die beständigere Option.

Wenn das Pferd die Teufelskralle verweigert

Der Geschmack der Teufelskralle ist bitter und deshalb bei Pferden nicht unbedingt beliebt. Auch hier ist das flüssige Extrakt eine gute Lösung. Alternativ kannst du auch versuchen, eine Art Tee aus Teufelskralle zu brauen. Die Flüssigkeit wird von den meisten Pferden problemloser aufgenommen, da der bittere Geschmack hier nicht so hervortritt.

Wie lange anwenden?

Achtung! Wundere dich nicht, wenn das Verabreichen der Teufelskralle auch nach zwei bis drei Wochen noch keine Wirkung zeigt. Das Einstellen dieser kann bis zu einem Monat dauern und ist von der Größe und dem Gewicht sowie dem Alter des Pferdes abhängig.

Die Verabreichung der Teufelskralle ist allerdings keinesfalls als Dauertherapie gedacht. Stattdessen sollte man sie wirklich als Kur anwenden. Die Dauer variiert dabei in der Regel je nach Schwere der Beschwerden zwischen sechs Wochen und –  bei besonders akuten Erkrankungen – sechs Monaten.

Wird die Teufelskralle ständig verabreicht, kann es einen Gewöhnungseffekt geben. Da die Wurzel appetitanregend wirkt, ist es möglich, dass ein Pferd nach dem Absetzen für eine Zeit das Futter verweigert. Hat sich das nach einigen Tagen nicht gebessert, sollten der Tierarzt gerufen werden. Allgemein empfiehlt es sich ohnehin, den Einsatz der Teufelskralle zuvor mit dem Veterinär abzuklären.


Die Wurzel der Teufelskralle

Hat die Teufelskralle Nebenwirkungen?

Solange die Teufelskralle nicht als Dauertherapie eingesetzt wird, ist ihr Gebrauch weitestgehend gefahrlos. Jedoch kann sie unter ständigem Einsatz die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen. Leidet ein Pferd bereits unter einem solchen, ist von der Verabreichung ebenfalls unbedingt abzuraten! Außerdem ist es möglich, dass sich bei einer Dauertherapie Gallensteine bilden.

Trotzdem ist der Einsatz des natürlichen Wirkstoffs in vielen Fällen chemischen Schmerzmitteln vorzuziehen, da sie die Entgiftungsorgane nicht belastet. Viele Pferdehalter setzten Teufelskralleprodukte regelmäßig und dauerhaft bei älteren Pferden mit Gelenkerkrankungen ein, ohne dass Nebenwirkungen auftreten.

Achtung! Im Allgemeinen wird von dem Einsatz von Teufelskralle bei trächtigen Stuten abgeraten, da der Verdacht besteht, dass die Wurzel die Uterusmuskulatur beeinflusst. Bist du dir über den Zustand deiner Stute also nicht ganz sicher, sollte das vorab abgeklärt werden!

Fazit: Was kann die Teufelskralle?

Im Grunde ist eine Behandlung mit Teufelskralle als wirksam gegen chronische Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und der Gelenke anzusehen. Spreche die Dosierung am besten zuvor mit deinem Tierarzt oder Tierheilpraktiker ab – dieser wird dir auch erklären, ob oder ob nicht die Behandlung mit Teufelskralle sinnvoll ist und wie lange die Heilpflanze gefüttert werden sollte.

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Vorsicht Dopinggefahr! Wenn ein Wettkampf geplant ist, musst du übrigens auf die Teufelskralle verzichten. Diese fällt nämlich nach neuen Regelungen unter Doping und darf nicht verwendet werden. In der Regel reicht es, wenn die Wurzel 4 Tage (96 Stunden) vor dem Turnier abgesetzt wird.

Quellen
www.afrikanische-teufelskralle.net/pferd.html
www.natural-horse-care.com/teufelskralle-pferd-arthrose/