Zahnkontrolle beim Pferd

Für ein strahlendes Lächeln: Der Pferdezahnarzt kommt

Weiße Zähne und ein strahlendes Lächeln sind für uns Menschen ein wahrer Traum, an dem wir täglich arbeiten. Nun müssen die Pferdezähne nicht gleich weiß glänzen, aber gesund sollen sie doch auch ein. Eine regelmäßige Zahnkontrolle sowie der Besuch vom Pferdezahnarzt sind deswegen unverzichtbar. Doch worauf muss eigentlich geachtet werden?

Regelmäßige Zahnkontrolle für ein gesundes Pferd

Wir wissen wohl alle, dass Zahnschmerzen nicht nur extrem unangenehm, sondern auch äußerst einschränkend sein können. Um ihnen vorzubeugen, putzen wir unsere Zähne und gehen zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen – und so sollte es auch beim Pferd sein. Ein gesundes Gebiss sorgt schließlich für starke Kondition, gute Verdauung, gesundes Fell und eine Top-Ausstrahlung.

Eine tägliche kleine Kontrolle lässt sich leicht beim Trensen durchführen. Hier ist besonders darauf zu achten, ob Zahnstein erkennbar ist. Dieser äußert sich in deutlich verdunkelten Stellen, die sich auf dem Zahn ablagern. Außerdem sollten Sie schauen, ob sich spitze Unregelmäßigkeiten herausgebildet haben. Da die meisten Pferde nicht ganz gleichmäßig kauen, kann es nämlich passieren, dass sich die Zähne unterschiedlich stark abnutzen. Die so entstehenden Ecken und Kanten können das Zahnfleisch verletzen.

Pferdezähne täglich kontrollieren
Tägliche kleine Zahnkontrolle beim Pferd
Zahnkontrolle: Auch diese können für Kotwasser beim Pferd verantwortlich sein.

Zahnprobleme beim Pferd erkennen

Schon das kleinste Problem an den Zähnen kann sich negativ auf die Grundfitness auswirken, denn häufig wird die Nahrungsaufnahme vernachlässigt und es kann zu Verdauungsproblemen kommen. Stellen Sie also folgende Symptome fest, kann das ein Hinweis auf Zahnprobleme sein:

  • Futterverweigerung oder ein verändertes Trinkverhalten
  • Abnormale Kaubewegung des Kiefers
  • Stumpfes Fell
  • Konditionsverlust
  • Anlehnungsschwierigkeiten und Rittigkeitsprobleme beim Reiten sowie Widerstand gegen Kommandos (Verwerfen, Sperren oder Steigen)
  • Gewichtsverlust
  • Veränderter Kot (z.B. verfestigt oder verflüssigt, geringere Kotabgabe, Körner im Kot)
  • Koliken
  • Mundgeruch
  • Verletzungen im Mundraum

Zahnschmerzen beim Pferd

Schmerzen im Gebiss müssen nicht immer auf Zahnerkrankungen beim Pferd zurückzuführen sein. Gerade in den jungen Jahren verursacht auch der Zahnwechsel im Kiefer ein unangenehmes Drücken und äußert sich in zuvor beschriebenen Symptomen. Wir wollen im Folgenden einen kurzen Überblick über die häufigsten Ursachen für Zahnschmerzen geben.

Der Zahnwechsel

Ist ein Pferd etwa drei Jahre alt, beginnt der Zahnwechsel. Die 24 Milchzähne machen Platz für 36 bis 44 neue Zähne – ein schmerzhafter Prozess, bei dem viel schiefgehen kann. Beispielsweise können sich die Milchkappen verzögert ablösen oder der Kiefer anschwellen, weil der Zahnfächer zu eng ist oder die Mundschleimhaut durch die scharfen neuen Zähne verletzt wurde. Eine tierärztliche Betreuung ist hier unverzichtbar.

Karies

Den wohl bekanntesten Untäter kennen wir Menschen auch: Karies. Dieser tritt vermehrt in zwei Formen auf: der Kauflächen- und der Zahnhalskaries. Bei ersterer bleiben Futterreste auf dem Zahnschmelz des Pferdes übrig. Diese werden von Bakterien aufgenommen und zurück bleiben die Fäkalien der kleinen Übeltäter. Diese greifen nun den Zahnschmelz an und zersetzen ihn. Bei Zahnhalskaries dagegen nimmt man an, dass bestimmte Futtermittel die Ursache sind. Auf zu viel säure- oder zuckerhaltiges Futter sollte daher geachtet und Leckerli teils durch Äpfel, Möhren und Brot ersetzt werden.

Pferdezähne mit Karies
Karies beim Pferd
Die Lahmheit beim Pferd sollte unbedingt von einem Veterinär diagnostiziert werden

Fehlstellungen

Ein weiteres Problem, mit dem auch wir Menschen häufig zu kämpfen haben: Zahnfehlstellungen. Pferde weisen hier oft Imbalancen in Form von fehlenden Gegenzähnen oder schiefem Wachstum auf. Durch diese Fehlstellungen bietet sich ein Nährboden für Karies, denn die Zahnzwischenräume sind verstellt und reinigen sich nicht mehr von selbst durch Futter und Speichel. In diesem Fall sollte unbedingt der Zahnarzt gerufen werden, um Fehlstellungen zu korrigieren.

Zahnstein

Es ist eines der wenigen Probleme, das auch ein Pferdehalter problemlos erkennen kann: der Zahnstein. Er äußert sich wie oben beschrieben in deutlich verdunkelten Stellen auf dem eigentlichen Zahn. Besonders ausgeprägt ist er meist an den Schneidezähnen. Problematisch wird er dann, wenn er schmerzhaft das Zahnfleisch verdrängt. In dem Fall muss er vom Zahnarzt mechanisch entfernt werden.

Wolfszähne und Hengstzähne

Beide Arten von Zähnen könnte man mit den menschlichen Weisheitszähnen vergleichen: Sie sind im Laufe der Evolution überflüssig geworden, tauchen jedoch trotzdem ab und zu auf. Die Hengst- oder auch Hakenzähne kommen zwar überdurchschnittlich oft bei männlichen Pferden vor, betreffen aber ab und an ebenso Stuten. Sie können beinahe überall im Gebiss liegen und sind nicht unbedingt störend. Bei einer enormen Fehlstellung müssen sie jedoch entfernt werden.

Die Wolfszähne dagegen sind problematischer. Werden diese ausgebildet, liegen sie vor dem ersten Backenzahn. Dabei handelt es sich um sehr kleine, spitze Zähne, welche gut und gern mal die Zunge oder das umliegende Zahnfleisch verletzen können. Außerdem kann die Trense schmerzhaft an ihnen hängenbleiben. Oft ist es nötig diese Zähne abzuschleifen.

Pferdezahnarzt zu Besuch

Der Kontrollbesuch

Zusätzlich zur Eigenkontrolle des Pferdegebiss‘ sollte auch der Zahnarzt eine mindestens jährliche Visite durchführen und auf Karies und sonstige Entzündungen der Zähne und des Zahnfleisches prüfen. Bei Fohlen sowie alten Pferden findet diese Kontrolle idealerweise halbjährlich statt – ebenso übrigens bei Tieren mit einem abweichenden, anfälligen Gebiss.

Bei Zahnschmerzen

Sind schmerzende Unregelmäßigkeiten entstanden, muss der Tierarzt oder Zahndentalpraktiker helfen. Zähne, Kiefergelenk und Kaumuskulatur tastet er zunächst von außen ab, um in normaler Gelenksposition potenzielle Schmerzen zu lokalisieren.

Meist wird dann mit einem Maulgatter (auch als Maulsperre bekannt) in die Mundhöhle geschaut, um anschließend scharfe Kanten, Haken und Wellen abzuschleifen, Zahnstein zu behandeln oder um Milchzähne zu lösen, die nicht von selbst herausgefallen sind.

Fehlstellungen und störende Zähne (z.B. ohne Gegenzahn oder nur noch teilweise vorhanden) werden je nach Methode abgeknipst, gemeißelt, gefräst oder abgesägt. Um den Pferden Stress zu ersparen, kann der Tierarzt sie für diesen Moment sedieren.

Probleme nach dem Zahnarztbesuch

Werden die Zähne zu glatt gefeilt oder unzureichend behandelt, schaden Sie dem Pferdemaul: Das Futter wird nicht mehr ausreichend vermahlen oder bleibt in den Zwischenräumen hängen und ruft Karies hervor. Achten Sie also unbedingt in den folgenden Wochen verstärkt auf Symptome.

Das Pferd hat Besuch vom Zahnarzt
Zahnarztbesuch beim Pferd
Die Zähne sind oft Ursachen für Schmerzen

Pferdezähne gesund erhalten

Um die Pferdezähne gesund zu halten und den Besuch vom Zahnarzt vermeiden zu können, kann der Reiter einiges tun. Zum einen wäre da die eigene Inspektion der Zähne: Schauen Sie einmal in der Woche nach Zahnstein und tasten Sie gegen die vorderen Schneidezähne – hat das Pferd hier Schmerzen, wird es wegscheuen. Riechen Sie außerdem am Atem – Bakterien verursachen meist einen unangenehmen Geruch und können so erkannt werden. Beim Trensen können Sie weiterhin Verletzungen im Mundraum feststellen und auf fehlende (oder zusätzliche) Zähne prüfen.

Zudem ist auch das Füttern entscheidend – zu viel Zucker und Säure schaden den Zähnen. Greifen Sie hier lieber auf natürliche Leckerbissen wie Karotten zurück. Auch die Art des Fütterns wirkt sich aus – in der Natur fressen Pferde mit gesenktem Kopf. Das sorgt für eine gleichmäßigere Abnutzung der Zähne.

Ein regelmäßiges, gar tägliches Zähneputzen, wie wir es von uns Menschen kennen, ist dagegen nicht nötig. Das liegt zum einen daran, dass die Futter- und Speichelbestandteile des Pferdes weniger aggressiv sind als beim Menschen. Zum anderen sind die Pferdezähne aber auch dafür ausgelegt, sich selbst zu heilen. Das heißt, dass der Zahn ständig neue Zahnsubstanz produziert.

Quellen
www.st-georg.de/…/das-pferdegebiss-rund-um-zaehne-und-gebisse/
www.tipps-zum-pferd.de/zaehne-beim-pferd_tipp_405.html
www.pferde-sind-anders.de/…/gesundheit/z%C3%A4hne/
www.pferdegesundheitsakademie.de/zahnpflege/

Ein Kommentar zu “Für ein strahlendes Lächeln: Der Pferdezahnarzt kommt”

  1. Iwas sagt:

    Schadet es denn mal zähne zu putzen? Also macht man dadurch was kaputt?