Ob Sie nun ein erfolgreiches Training abrunden oder ein Verhalten bestätigen und dazu ermuntern wollen: Leckerlis kommen beim Pferdetraining recht häufig zum Einsatz. Doch wissen Sie eigentlich, wie man richtig lobt? Und welche kleinen Happen sich wirklich eignen? Warum Pferdeleckerlis Selber Machen vielleicht eine gute Idee ist und worauf Sie allgemein bei den Zutaten achten müssen, lesen Sie hier!

Leckerlis als Belohnung: Immer eine gute Idee?

Ob Sie nun Pferdeleckerlis selber machen, eine gekaufte Variante zur Hand haben oder ein Stück Apfel geben: Die meisten Pferdebesitzer nutzen diese in der einen oder der anderen Form. Doch ist das wirklich sinnvoll? Und welches Verhalten sollte wirklich belohnt werden? Gibt es etwas wie zu viele Leckerlis? Wir klären auf!

Vor- und Nachteile der Pferdeleckerlis

Das Prinzip eines Leckerlis ist wohl jedem bekannt. Es ist ein „fein gemacht,“ ein „super“ und ein „genau so ist es richtig.“ Geben Sie also ein Signal und Ihr Pferd handelt Ihrer Erwartung entsprechend, wird es belohnt. Der kleine Snack zwischendurch ermöglicht dabei eine besonders leichte und eindeutige Kommunikation. Schließlich ist er schmackhaft und etwas, wofür es sich zu arbeiten lohnt.

Hört sich soweit gut an? Was spricht dann eigentlich gegen diese Form des Lobens? Eigentlich hängt das hauptsächlich vom Gemüt des Pferdes ab. Denn einige Tiere neigen einfach dazu futterblind zu werden. Trainieren Sie mit ihnen, rufen Sie reihenweise jeden Trick ab, den sie im petto haben, nur um ein Leckerli zu bekommen. Oftmals ist dann entweder gar nicht die richtige Antwort auf das Kommando dabei oder sie kann nicht gezielt belohnt werden.

Extremer wird das noch, wenn die Pferde beginnen, ständig nach den Belohnungen zu suchen. Sie knabbern an Ihren Taschen, fressen fast Ihre ganze Hand mit und werden unruhig. Das ist nicht Sinn und Zweck der positiven Verstärkung. In solchen Fällen ist dann eine Belohnung mit der Stimme und Zuneigung oft besser. Ein entsprechendes Höflichkeitstraining und das richtige Leckerli können jedoch auch einiges bewirken.

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Futterlob richtig einsetzen

Beginnen Sie gerade erst mit Ihrem Training, ist es vor allem ein Kennenlernprozess. Beobachten Sie Ihr Pferd dabei gut: Wie reagiert es, wenn Sie ein Leckerli anbieten? Welche Sorten frisst es gern, welche werden eher verpönend betrachtet? Am besten wählen Sie eine Variante, die schmeckt, aber es nicht unruhig und überfokussiert auf das Futter werden lässt. Schnappt der Vierbeiner zudem nach Ihrer Hand, können Sie die Belohnung auch aus einer Schüssel oder direkt auf dem Boden geben.

Haben Sie eine erste Beziehung aufgebaut und Ihrem Tier erklärt, worum es sich beim Leckerli handelt – nämlich um eine Belohnung, die es wirklich nur nach einer erfolgreich ausgeführten Aktion erwarten kann? Dann müssen Sie diese nur noch gezielt einsetzen. Hört sich leicht an? Leider misslingt aber genau dieser Schritt oft. Denn entscheidend ist der richtige Zeitpunkt, damit die Verbindung zwischen dem Verhalten und dem Lob deutlich wird.

Wichtig: im richtigen Zeitpunkt muss das Loben mit dem Leckerli eingesetzt werden.

Das heißt konkret: Geben Sie keine Leckerlis wahllos zwischendurch, sondern wirklich immer nur, um erwünschtes Verhalten zu verstärken. Achten Sie zudem auf die Menge – zu viele kleine Snacks stopfen und verlieren mit der Zeit ihren Reiz. Widmen Sie sich gerade einer besonders aufwendigen Lektion oder arbeiten Sie am Clickertraining? Dann nutzen Sie kleinere Belohnungen. In diesem Fall kann es definitiv interessant sein, des Leckerlis Selber Machen auszuprobieren.

Pferdeleckerlis: Worauf Sie achten müssen

Sie stehen in fast jedem Stall, sind in jedem Tierhandel zu finden und werden meist in Pelletform gegeben. Doch nicht nur jene, direkt als Pferdeleckerli ausgewiesene, Produkte eignen sich als Belohnung. Im Gegenteil, einige dieser fertigen Varianten sind gar nicht so gut für Ihr Pferd, da sie zu viel Zucker enthalten. Das bedeutet zwar, dass die Tiere sie oft gern futtern, jedoch kann ein Überschuss den Organismus belasten. Vor allem an den Zähnen, den Hufen, aber auch am Gewicht werden Sie das langfristig merken.

Achten Sie darum zum einen darauf, die Futterration entsprechend anzupassen, wenn Sie mit dieser Form von Lob arbeiten. Kalkulieren Sie in etwa, wie viele Leckerlis Sie am Tag geben und rechnen Sie diese entsprechend aus dem Mineralfutter heraus. Schauen Sie sich zudem die Zutatenliste genau an: Zucker- und Stärkegehalt sollten gering sein. Künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe gehören gar nicht in die Belohnungen.

Sind Sie sich unsicher, welche Arten sich wirklich gut eignen? Dann lohnt es sich durchaus Pferdeleckerlis selber zu machen. Haben Sie auch dafür nicht unbedingt die Zeit und/oder die Erfahrung? Dann greifen Sie auf Obst und Gemüse zurück. Äpfel, Birnen, Bananen, Karotten, Rote Bete, Wassermelone und Sellerie dürfen gern belohnend eingesetzt werden. Aber bitte immer nur in Maßen, denn auch sie enthalten jede Menge Glucose, also Fruchtzucker, der die Zähne angreifen kann.

Wie Pferdeleckerlis selber machen?

Wollen Sie selbst bestimmen, was in die Belohnung kommt und wie groß die Portionen sind? Dann werden Sie wohl oder übel nicht drum herumkommen, Pferdeleckerlis selber zu machen. So können Sie selbst bestimmen und Ihre Belohnungen individualisieren. Jedoch gilt es beim Backen auch einiges zu beachten – wir klären auf!

Was darf in die selbstgemachten Pferdeleckerlis?

Zunächst wollen wir uns einmal die Zutatenliste anschauen. Denn schon bei der Auswahl dieser kann einiges schiefgehen. Allgemein gilt: Verwenden Sie immer hochwertige Produkte. Denn das Pferd ist kein Mülleimer. Obst, Gemüse und Kräuter sollten also frisch oder gut getrocknet sein. Schimmel, Fäule und schlechte Stellen sind ein absolutes No-Go.

Zudem empfehlen wir, am besten Zutaten in Bio-Qualität zu verwenden. Hier müssen Sie sich weniger Sorgen um Spritzmittel, Dünger und Konservierungsstoffe machen. Idealerweise stammen diese natürlich aus dem eigenen Anbau – das ist aber natürlich kein Muss. Eine kleine Auswahl an Bestandteilen, die generell gern in die kleinen Happen dürfen, haben wir hier einmal aufgelistet:

  • Getreide: z.B. Haferflocken, Hirse, Amaranth und Leinsamen
  • Obst: u.a. Apfel, Banane und Birne
  • Kräuter: bspw. Brennnessel, Rosmarin, Pfefferminze, Spitzwegerich und Löwenzahn
  • Sonstige Zutaten: Hagebutte, Ingwer, Knoblauch, Birkenblätter

Während diese Ingredienzien durchaus beim Pferdeleckerlis Selber Machen zum Einsatz kommen können, gibt es auch einige, die dabei nichts zu suchen haben. Das sind große Mengen an Zucker – egal, ob pur, in Form von Honig oder Sirup. Auch Klebereiweiße aus glutenhaltigen Mehlsorten wie Weizen gilt es zu vermeiden. Konservierungsmittel, Farbstoffe und künstliche Aromen sind ein weiteres No-Go.

Pferdeleckerlis selber machen: So gelingt es

Eigentlich ist das Pferdeleckerlis Selber Machen eine einfache Aufgabe. Denn das Grundrezept besteht erst einmal nur aus Wasser und Haferflocken. Nehmen Sie beliebig viel des Getreides zur Hand und vermengen Sie es mit etwas Flüssigkeit – es sollte ein sehr trockener Teig entstehen. Formen Sie daraus Kügelchen oder rollen Sie ihn dünn aus und schneiden Riegel zurecht. Jetzt etwa eine Stunde bei 100 °C backen und anschließend am besten einen Tag auslüften lassen.

Leckerli selber backen, so gelingt es.

Klingt das Rezept noch sehr langweilig oder werden die kleinen Happen womöglich nicht von Ihrem Tier angenommen? Kein Problem, denn das ist ja gerade das Tolle am Pferdeleckerlis Selber Machen: Sie lassen sich beliebig verfeinern. So können Sie zum Beispiel anstelle des Wassers etwas (ungesüßten!) Karotten- oder Bananensaft verwenden. Auch Apfelmus – ebenfalls ohne zusätzlichen Zucker – eignet sich. Oder Sie brühen einen Tee aus frischen Kräutern auf und nutzen diesen als Flüssigkeit.

Zudem können Sie nach Belieben Kräuter, getrocknetes Obst und Gemüse sowie alle weiteren, oben aufgelisteten Zutaten in den Teig geben. Verwenden Sie am besten aber maximal drei verschiedene Aromen, da sich der Geschmack sonst völlig verliert. Testen Sie sich aus und lassen Sie Ihr Pferd einfach einmal kosten – so findet sich sicher die perfekte Belohnung!

Tipps und Tricks für die Pferdeleckerlis

Haben Sie das Grundrezept einmal gemeistert, können Sie es entsprechend anpassen. Probieren Sie sich einfach durch unsere Zutatenliste und finden Sie die perfekte Komposition für Ihren Liebling. Fügen Sie mal ein paar Kräuter hinzu oder variieren Sie in den Obst- und Gemüsesorten sowie das Getreide. Wenn Sie Pferdeleckerlis selber machen, können Sie diese auch herrlich auf Ihr Tier oder die Jahreszeit abstimmen. So lohnt sich im Frühjahr etwas Brennnessel zur Entgiftung, bei Husten verwenden Sie Pfefferminze und Ingwer kann den Stoffwechsel unterstützen.

Übrigens: Wenn Sie Pferdeleckerlis selber machen, sind diese nicht allzu lange haltbar. Das liegt einfach daran, dass Sie dabei keine Konservierungsstoffe verwenden. In der Regel sollten sie innerhalb einer Woche verfüttert werden. Lagern Sie sie derweilen kühl und trocken. Backen Sie zudem immer nur kleine Portionen. So wird einerseits nichts schlecht, andererseits können Sie immer etwas Abwechslung in die Happen bringen.

Pferdeleckerlis selber machen oder kaufen?

Auch wenn das Pferdeleckerlis Selber Machen erst einmal nicht weiter schwer ist, es jede Woche zu wiederholen, kostet Zeit. So schön der individuelle Snack also ist, manchmal ist die gekaufte Variante ebenfalls eine gute Alternative – vor allem, wenn Sie auf die Zutatenliste achten. Achten Sie gut darauf, gesunde Varianten auszuwählen, spricht nichts gegen diese. Auch hier gibt es inzwischen eine gigantische Auswahl an Geschmacksrichtungen und Anwendungsbereichen. So können Sie die kleinen Happen gut auf Ihr Pferd, die Jahreszeit oder die aktuelle Lage abstimmen.

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Weiterführende Links
https://www.reiterrevue.de/ausbildung-und-praxis/fuetterung/welches-obst-duerfen-pferde-fressen-9241279.html
https://equidao.com/2019/12/23/pferdeleckerlies-selber-machen-gesund-und-lecker/
https://kultreiter.de/pferdeleckerlis-selber-machen/
https://picadera.de/pferdeleckerlis-selber-machen
https://utopia.de/ratgeber/pferdeleckerli-selber-machen-zwei-gesunde-rezepte/